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Schwerin will Berufsschul-Zweig nicht aufgeben : Streit um Parchims Gastro-Schüler

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Nach einem Jahr Ruhe bricht der Streit um die Berufsschul-Ausbildung wieder auf. Schwerin will nicht akzeptieren, dass die Gastronomie-Ausbildung künftig in Parchim und Wismar konzentriert wird.

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erstellt am 04.Jul.2011 | 12:33 Uhr

Nach einem Jahr relativer Ruhe bricht der Streit um die Berufsschul-Ausbildung in Westmecklenburg wieder voll auf. Grund: Schwerin will nicht akzeptieren, dass die Gastronomie-Ausbildung künftig in Parchim und Wismar konzentriert wird.

Nachdem das Bildungsministerium entschieden hat, ab dem Schuljahr 2011/2012 in Schwerin keine neuen Eingangsklassen in der Berufsgruppe Gastronomie/Gastgewerbe mehr zuzulassen, formiert sich in der Landeshauptstadt Widerstand. Schuldezernent Dieter Niesen kündigt eine Klage an: "Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Gastro-Ausbildung in Schwerin zu halten." Das Bildungsministerium hatte wegen sinkender Schülerzahlen für die Ausbildung zu Köchen, Restaurant- und Hotelfachleuten in der Landeshauptstadt per Erlass angewiesen, dass mit Beginn des neuen Schuljahres in Schwerin keine neuen Azubis ihre Lehre beginnen dürfen. Sie müssen an die Berufsschule nach Wismar bzw. Parchim.

Die Begründung des Landes, zu notwendigen Kosteneinsparungen zu kommen, greife zu kurz und trage nicht, argumentiert Schwerins Schuldezernent nun. Die seitens der Landeshauptstadt als Schulträger bestehenden Kosten können dabei ebenso wenig betrachtet worden sein wie die Tatsache, dass die Schülerzahlen dauerhaft für einen Standort in Westmecklenburg sprechen. Die Landeshauptstadt hatte zuletzt den Vorschlag einer Kooperation mit der Hansestadt Wismar unterbreitet. Niesen: "Die Interessen von Auszubildenden und Unternehmen müssen gewahrt und bewertet werden. Die für die Landeshauptstadt folgenschwere Entscheidung ist rechtlich nicht haltbar. Die Ausbildung in Gastronomie und Hotellerie ist für die touristische Entwicklung von existenzieller Bedeutung. Nach den Millioneninvestitionen für die Bundesgartenschau und in die touristische Infrastruktur nun diese wichtige Ausbildungsgrundlage zu entziehen, mindert die Zukunftsfähigkeit von Stadt und Region dauerhaft."

Das sieht Parchims Landrat Klaus-Jürgen Iredi (SPD) naturgemäß anders. Er verweist auf die im Regionalen Planungsverband Westmecklenburg getroffenen Absprachen, nach denen Schwerin in anderen Bereichen profitiere. "Wir denken als kommunale Familie. Die Landkreise Parchim, Ludwigslust, Nordwestmecklenburg und die Stadt Wismar schicken in Größenordnungen Schüler nach Schwerin - und zahlen dafür Schullastenausgleich", sagte er. Iredi macht damit deutlich, dass Schwerins Vorpreschen den gesamten Berufsschul-Kompromiss gefährden könnte.

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