Pläne für Biogasanlage sorgen für Proteste : Streit um Biogasanlage in Karenz

Ähnlich wie in Krenzlin beabsichtigt der Karenzer Landwirt und Bürgermeister Wilfried  Pagung Biogas zu erzeugen. Harald Schulz
Ähnlich wie in Krenzlin beabsichtigt der Karenzer Landwirt und Bürgermeister Wilfried Pagung Biogas zu erzeugen. Harald Schulz

Eine Biogasanlage soll in Karenz gebaut werden. Keine Besonderheit, wenn nicht der Bürger- meister als Bauherr dieser Anlage zur Gewinnung von Elektrokraft und Wärmeenergie auftritt - einige Anwohner sind verärgert.

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19. November 2010, 07:47 Uhr

Karenz | Eine Biogasanlage soll in Karenz gebaut werden. Es wäre keine Besonderheit, wenn nicht ausgerechnet der Bürgermeister als Bauherr dieser Anlage zur Gewinnung von Elektrokraft und Wärmeenergie auftritt. Zudem befindet sich eine der beiden von Landwirt Wilfried Pagung favorisierten Bauplätze auf gemeindlichem Grund und Boden. Der ist jedoch Bauherren von Ein- und Zweifamilienhäuser gewidmet. Dass der Landwirt dieses Begehren hegt, wurde im Verlauf der außergewöhnlich gut besuchten Bürgerfragestunde der Gemeindevertreterversammlung am Donnerstagabend im Feuerwehrhaus des Ortes öffentlich.

Interessen prallten im Verlauf einer insgesamt einstündigen Diskussion hart aufeinander. Wilfried Pagung (CDU) als Versammlungsleiter nahm diese Grundstücksangelegenheit aus dem nicht-öffentlichen Teil, weil er sich als befangen ansah und Transparenz wollte. Er überließ die Diskussionsführung seinem Stellvertreter, Detlef Möller (parteilos). Der allerdings hielt sich als Geschäftsführer der Grebser Land erzeuger GmbH und Bauherr für eine Biosgaslage in Grebs beim Interessenkonflikt zurück. Nach seiner Auffassung spiele Neid auch eine Rolle. Selbst habe er Bedenken und würde eine so genannte Überplanung befürworten. Bedenken gegen eine Biogasanlage in Karenz hat auch Gemeindevertreter Fred Helm (parteilos), der beruflich beim Grebser Land beschäftigt ist. Und sein Engagement als Wehrführer für die Gemeindefeuerwehr sah Hauptlöschmeister Steffen Lüth aus Malliß in Frage gestellt, wenn die Biogasanlage komme. Er möchte nämlich mit seiner Lebensgefährtin exakt im einzigen noch möglichen Bebauungsgebiet in Karenz, so Möller, das künftige Familiendomizil errichten - aber nicht wenn dort Biogas erzeugt werde.

Info-Veranstaltung am Mittwoch um 19 Uhr im Kulturraum

Ein Karenzer Einwohner sprach sein Unverständnis über den Bau der Anlage deutlich aus: Er werde alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um die allein der Gewinnmaximierung dienende Investition zu unterbinden. Biogasanlagen hätten seiner Ansicht nach keine ökologischen Vorteile.

"Ich will keine Stuttgart 21-Verhältnisse in Karenz", wurde Pagung deutlich. Stellte klar, dass er nicht baut, wenn die Gemeinde nicht zustimmt. Seitens der Kreisverwaltung habe er das mündliche Einverständnis zum Bau erhalten. Es gehe ihm um die wirtschaftliche Zukunft seines Betriebes, wobei er bereits die Weitergabe an die nächste Generation im Blickfeld habe, so Pagung.

Und das beabsichtigt der Karenzer Landwirt zu bauen: Eine Biogasanlage mit einer Leistung von 190 kW soll entstehen. Dafür sollen zwei Sammelbehälter mit Gummihüllen und in Richtung Conow auf seiner Fläche eine Silageplatte errichtet werden. Ins Erdreich werde eine geschlossene Lagerstätte für 200 Kubikmeter Gülle eingebracht, wobei der tägliche Verbrauch von bis zu sieben Tonnen Gülle angesetzt sei. Die Anlage werde mit Silage, Gras und auch Getreide beschickt.

Damit alle Einwohner der Gemeinde Karenz und Anlieger sich informieren und fragen können, lädt Landwirt Pagung am Mittwoch, dem 24. November, um 19 Uhr in den Kulturraum in Karenz ein.

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