Strafe ist angemessen

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17. Juli 2008, 07:56 Uhr

Elf Jahre und neun Monate Haft für die Mutter und für den Vater der verhungerten Lea-Sophie wegen Mordes. Ein eindeutiges und gerechtes Urteil, das auch einiges geraderückt, was in den zurückliegenden Monaten in Schieflage geraten war.

Lea-Sophies Tod hatte bundesweit Entsetzen und eine Debatte über Kindeswohlgefährdung ausgelöst. Das Schweriner Jugendamt wurde massiv kritisiert, weil es möglicherweise gesetzeskonform, aber nicht klug agierte. Oberbürgermeister Norbert Claussen musste nach seinem fragwürdigen Krisenmanagement gehen. Akten wurden gewälzt, Gutachten erstellt. Die Auseinandersetzung mit dem entsetzlichen Tod Lea-Sophies spielte sich über Monate vor allem auf der politischen und verwaltungstechnischen Ebene ab. Diese Verantwortlichkeiten sind inzwischen weitgehend geklärt.

Das gestrige Urteil stellt die Diskussion vom Kopf wieder auf die Füße: Die Schuld am Tod des kleinen Mädchens tragen die Eltern von Lea-Sophie. Sie ließen die eigene Tochter bei klarem Verstand grausam verhungern. Kinder sind die schwerste und zugleich die schönste Verantwortung, die Menschen übernehmen. Nicole G. und Stefan T. haben stattdessen ein schweres Verbrechen an ihrem Kind begangen.

Die Strafe ist angemessen. Sie gibt den Eltern auch die Möglichkeit zur Sühne. Nach sieben bis acht Jahren Gefängnis wird bei guter Führung ihre Schuld juristisch gesehen abgetragen sein.
Der Weg für ein neues, hoffentlich besseres Leben ist dann wieder frei. Für Lea-Sophie wird es diesen Weg nie geben.

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