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Steuern: Schweriner müssen lange warten

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erstellt am 22.Okt.2010 | 08:54 Uhr

Schwerin | Auf die Rückzahlung ihrer Steuern warten viele Schweriner und Einwohner des Landkreises Parchim in diesem Jahr deutlich länger. Die Bearbeitung der Lohnsteuer-Jahresabrechnungen verzögert sich wegen der Zusammenlegung der Finanzamt-Standorte Schwerin und Parchim. Das Finanzministerium spricht von einer "Ausnahmesituation" und stockt die Zahl der Mitarbeiter auf.

"Ich habe in den vergangenen Jahren das Geld vom Finanzamt zwischen Ende Juli und spätestens Mitte September erhalten", erklärt ein Schweriner. In diesem Jahr sei bisher nichts geschehen. Auf Nachfrage habe er im Finanzamt erfahren, dass derzeit die Anträge bearbeitet würden, die Anfang Mai des Jahres eingingen.

"Die Verzögerungen im Finanzamtsbezirk Schwerin/Parchim bedauere ich sehr", erklärt Finanzministerin Heike Polzin (SPD). Sie versichert: Nach abgeschlossenem Umzug würden die Mitarbeiter derzeit "mit voller Kraft an der Abarbeitung der Erklärungen arbeiten. Zur Unterstützung haben wir das Finanzamt personell verstärkt und werden dies in den nächsten Monaten weiter tun", so die Ministerin. Im kommenden Jahr solle sich die Lage "deutlich entspannen". Um den Stau aufzulösen, habe das Finanzamt seit Oktober eine Mitarbeiterin mehr, bis Anfang 2011 sollen fünf weitere folgen.

Im Zuge einer Strukturreform verschmolzen die Finanzämter bereits 2006; nach Ausbau des Schweriner Standortes wurde der Parchimer im September aufgelöst (SVZ berichtete).

Das Finanzamt Schwerin/Parchim muss in diesem Jahr rund 20 000 gewerbliche Steuerfälle und rund 36 300 Steuererklärungen von Arbeitnehmern bearbeiten. Wegen der Fusion liege es derzeit "mehrere Wochen" hinter dem Bearbeitungsstand anderer Finanzämter im Land zurück. Für die Verzögerung seien zum einen die Bauarbeiten in der Schweriner Stellingstraße Ursache. Auch das neue Zentralarchiv in Rampe musste bezogen werden.

Hauptgrund für die verspätete Glückspost an Steuerzahler in diesem Jahr sei aber die Fusion. Die unterschiedlichen Steuernummern-Kreise seien zusammengeführt worden, teilt das Ministerium mit - Grundlage für "eine effiziente Verwaltung". Polzin: "Mit ist wichtig, dass die Finanzverwaltung so wirtschaftlich wie möglich arbeitet" - eben um Steuergelder zu sparen. Studien hätten gezeigt: Ein Finanzamt brauche für eine effektive Arbeit eine Größe von "mindestens 200" Stellen. Schwerin hat jetzt 273; in Parchim seien es vor der Fusion 80 Mitarbeiter gewesen.

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