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Stelldichein der Olympiasieger in Waren

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Waren | So viele Olympiasieger und Weltmeister hatten die Warener noch nie auf einem Haufen gesehen. Trotz Regen versammelten sich einige Hundert Zuschauer am Hafenbecken, um den Rennkanuten beim Müritz Champion zuzusehen. Zu den Athleten, die den Weg in die Müritzstadt gemacht hatten, gehörten etwa die Olympiasieger Attila Vajda (Ung), Maxim Opalew (Rus), Martin Doktor (CZ), Adam Koeverden (Can), aber auch der Pole Pawel Baraskiewicz sowie die Potsdamerin Katrin Wagner-Augustin. Tina Dietze (Leipzig) und die Potsdamerin Franziska Weber sowie der jetzt für Karlsruhe startende Stefan Holtz, Martin Hollstein, Erik Rebstock und Paul Mittelstedt (alle Neubrandenburg) rundeten das prominente Feld ab.

200 Meter waren im Warener Hafenbecken zu absolvieren, für die CanadierFahrer schon mal ein Vorgeschmack auf die kurze Strecke. Auf die werden sie sich bis London 2012 vorbereiten müssen, denn die 500 m wurden gestrichen. Für Opalew keine gute Entscheidung: "Bei 200 Metern darfst du dir gar keine Fehler leisten. Schon beim Start kannst du alles gewinnen oder verlieren. Bei 500 Metern hat man da ein wenig mehr Luft.". Eineinhalb Jahre habe er gar keinen Sport gemacht. "Ich habe praktisch aufgehört und bin normal zur Arbeit gegangen", erzählt er. Doch im Dezember vergangenen Jahres habe er entschieden, noch einmal das Paddel in die Hand zu nehmen. "Viel Zeit zum Vorbereiten blieb da nicht", so der 31-Jährige.

Und dennoch hat er es in diesem Jahr wieder geschafft ganz oben aufs WM-Treppchen zu kommen. "Ich habe sportlich alles erreicht", bilanzierte er. Und dennoch habe er den Ehrgeiz, mit den jungen Kanuten mithalten zu wollen. "Mal sehen, wie weit ich komme. Die Erfolge, 13 Weltmeistertitel und 14 bei der Europameisterschaft sowie den Olympiasieg kann mir keiner nehmen", hieß es.

Über die Einladung nach Waren habe er sich ganz besonders gefreut. "Andreas Dittmer und mich verbindet eine lange Freundschaft, auch wenn das im Wettkampf nicht immer so aussah. Am Start waren wir für ein paar Sekunden Gegner, aber danach sind wir Freunde", erklärte er. Es war das erste Mal, dass Opalew an der Müritz dabei war. Aufs Siegertreppchen schaffte er es aber nicht. Hier war Pawel Baraskiewicz diesmal der Schnellste. Er lieferte sich mit Holtz und Lück einen spannenden Finalkampf.

Bei den Kajak-Fahrerinnen hatte wieder einmal Katrin Wagner-Augustin die Nase vorn. Sie verwies Dietze und Weber auf die Plätze zwei und drei. "Das waren aber lange 200 Meter", sagte sie nach dem Finale. Es sei ihr sehr schwer gefallen, "es ist, als ob man drei Kilometer bergauf wandert", kommentierte sie das Rennen. Immerhin hat die Athletin derzeit Urlaub, die Wettkampfsaison ist seit zwei Wochen beendet. Bei den K1-Männern waren die Tschechen Jan Sterba und Jan Soucek vor Lutz Altepost erfolgreich.

Außerdem fand im Rahmen des Müritz Champion auch ein Outrigger-Rennen über 18 km von Röbel nach Waren statt. Attila Vajda hatte sich kurzfristig entschieden, hier an den Start zu gehen. Als Zweierpartner sprang kurzfristig Dirk Oschetzke (Neubrandenburg) ein. Die beiden machten dann auch das Rennen. Allerdings verletzte sich Vajda bei der Tour und konnte im Einer nicht starten.

Organisator Klaus Dittmer vom SC Neubrandenburg war mit der Veranstaltung sehr zufrieden, und das, obwohl der Etat für das Rennen sehr schmal war. "Wir werden an dieser Veranstaltung festhalten und hoffen im nächsten Jahr auf mehr Unterstützung aus der Wirtschaft."

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erstellt am 05.Sep.2010 | 05:52 Uhr

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