Steht Piontek vor dem Rauswurf?

Droht Steffen Piontek die Kündigung? Der Generalintendant des Volkstheaters Rostock hat scheinbar Arbeitsverträge von Mitarbeitern verlängert, obwohl er schon bei der Stadt über die vorzeitige Beendigung seines Engagements und die damit verbundene Abfindung in Höhe von 300 000 Euro im Wort stand. Besonders brisant dabei, dass er wohl auch den Kontrakt seiner Frau Juliane neu abschloss.

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04. August 2008, 09:57 Uhr

Rostock - Steffen Piontek droht scheinbar der Rauswurf. Die Fraktions-Kooperation aus CDU, SPD und Bündnis 90 in der Rostocker Bürgerschaft soll mit Oberbürgermeister Roland Methling gestern darüber gesprochen haben. Auf NNN-Anfrage ob eine fristlose Kündigung von Steffen Piontek im Raum stehe, sagte der OB: „Ich kann es nicht verneinen.“

Hintergrund ist nach Insider-Informationen, dass Steffen Piontek eigenmächtig Verträge von Angestellten des Volkstheaters verlängert und aufgebessert haben soll, obwohl schon Einigkeit über die vorfristige Beendigung seiner Tätigkeit in Rostock bestand. Denn in der vergangenen Woche hatten sich die Anwältin von Steffen Piontek und die Juristen der Stadt auf ein vorzeitiges Ende seines eigentlich noch bis 2012 laufenden Arbeitsverhältnisses festgelegt. Eine Abfindung von 300 000 Euro sollte ihm den Abgang versüßen.

Der Hauptausschuss der Bürgerschaft wollte über diese Vorgehensweise in seiner Sitzung am 26. August abstimmen. Doch jetzt der Paukenschlag: Vier Mitarbeiter sollen am Tag, als Piontek mit seiner Unterschrift seinen Abtritt besiegelte, von ihm ein „Abschiedsgeschenk“ in Form neuer Verträge bekommen haben. Spezielles „Gschmäckle“ dabei, dass der scheidende Generalintendant und Operndirektor auch das Arbeitsverhältnis seiner Frau Juliane neu befristet haben soll. Die Dramaturgin für Musiktheater hat wahrscheinlich ihren Kontrakt bis Ende 2012 aufgestockt erhalten.

Ob die von Steffen Piontek getroffenen Vertragsänderungen Bestand haben, ist schwer einzuschätzen. Möglicherweise bedarf es einer zweiten Unterschrift.
Klar scheint hingegen, dass es mit der gütlichen Trennung für den Intendanten kaum noch etwas wird. Bürgerschaft und Stadt dürften aufgrund der neuen Situation zwei Chancen sehen: erstens den geplanten Neuanfang in Rostocks Theaterlandschaft mit dem parat stehenden Duo Kay-Uwe Nissen (Geschäftsführer) und Peter Leonard (künstlerischer Leiter) zu forcieren und zweitens die Abfindung für Piontek zu sparen.

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