Start in die Camping-Saison

Heute ist Start in die Camping-Saison 2008. Doch wechselhaftes Wetter und fehlende Angebote in Städten brachten der Campingbranche im vergangenen Jahr Buchungsrückgänge. Zwar wurden mit 26,3 Millionen Übernachtungen 2007 das beste Ergebnis seit 1991 bejubelt, die Campingzahlen blieben unkommentiert.

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31. März 2008, 04:21 Uhr

Während die Touristiker insgesamt ein Plus von satten 6,3 Prozent einfuhren, bilanzierte die Campingbranche gegen den Bundestrend Besucherrückgänge von 0,8 Prozent. Hingegen ermittelte das Statistische Bundesamt für Deutschland insgesamt ein Camping-Plus von 1,8 Prozent.

„Angesichts des bescheidenen Wetters können wir mit dem letztjährigen Landesergebnis ganz zufrieden sein“, erklärt Michael Hecht. Der Sprecher des Verbandes der Camping- und Freizeitbetriebe des Landes betreibt zwei Plätze am Plauer See. Zudem müsse die Aufholjagd benachbarter Bundesländer ernst genommen werden, die durch Förderprogramme und umfängliche Sanierungen gleichzuziehen versuchten.

Brandenburg etwa verbuchte im Vorjahr ein Campingplus von 4,8 Prozent, kommt aber mit 11000 Urlauberstellplätzen gegenüber gut 24000 in MV bescheiden daher. Anders hingegen Niedersachsen, das im Vorjahr mit 27000 Plätzen ein Plus von 1,7 Prozent verbuchte. Mit 3074018 Camping-Übernachtungen ist das westliche Nachbarland dem Nordosten dicht auf den Fersen. Derzeit belegt MV mit 3323931 Nächten Rang 2 der deutschen Camping-Liga. Branchenprimus ist Bayern mit einem Letztjahresplus von 1,2 Prozent und 4049426 Übernachtungen.

In die Etablierung des Campinglandes MV wurden seit der Wende rund 100 Millionen Euro investiert. Nach umfänglichen Sanierungen sind mittlerweile 36 der insgesamt 180 Plätze als 5- oder 4-Sterne-Plätze mit hohem bis höchstem Standard klassifiziert.

Ein besonderes Zertifikat trägt ein neues Projekt, das mit einer Investitionssumme von rund 2,3 Millionen Euro in Prora auf Rügen errichtet wurde: Direkt am Strand eröffnet heute dort zum Start der Zelt- und Campingsaison der bundesweit erste Jugendzeltplatz. Betreiber des 40-Hektar-Objektes für bis zu 1000 Schläfer ist der MV-Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerkes, das damit erstmals einen reinen Zeltplatz ohne Anschluss an eine Herberge betreibt. „Bisher gab es für Jugendliche kaum Möglichkeiten zum Zelten entsprechend ihren Bedürfnissen. Unserem Projekt mit internationalen Seminarangeboten und Musikevents wird großes Interesse geschenkt“, erklärt Zeltplatzleiterin Andrea Bullerjahn. Die 30-Jährige geht fest davon aus, mit dem Platz auf dem Areal des früheren Nazibades eine europaweite Erfolgsgeschichte schreiben zu können.

Auf eine positive Entwicklung in 2008 hofft auch das Ferien-Camp in Börgerende mit 180 Stellplätzen. „Der G8-Gipfel war für uns negativ, hat 2007 drei Wochen unser Geschäft blockiert“, sagt Geschäftsführer Thorsten Paul. Die Campingplätze im Kreis Bad Doberan mussten vergangenes Jahr ein Gäste-Minus von 7,1 Prozent hinnehmen, während andere Küstenregionen einen deutlichen Camping-Zuwachs erlebten: Rügen verzeichnete ein Übernachtungsplus von 3,5 Prozent, Ostvorpommern gar 5,1 Prozent. „Vielleicht bringt G8 ja langfristig positives Image für uns“, gibt sich Paul versöhnlich, baut vor allem aber auf Innovation: „Wir sind seit letztem Jahr als erster Campingplatz in Deutschland vom Kneipp-Verband zertifiziert, bauen vor allem auf den Trend zum gesundheitsbewussten Reisen.“

Einen anderen Trend greift Detlef Hertzsch aus Güstrow auf. Direkt neben seinem Hotel am Tierpark hat der Geschäftsführer den landesweit ersten Stellplatz errichtet, der ausschließlich für Wohnmobile und Gespanne ausgelegt ist.

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