Starke erste Halbzeit reicht zum Sieg

Hansa ungewohnt ganz in Rot, von Werder Bremen II ist fast nur der Torwart zu sehen, als Radovan Vujanovic (rechts) das 1:0 erzielt. Björn Ziegenbein (links) assistiert, im Hintergrund bereiten sich Tobias Jänicke und Marcel Schied zum Jubeln vor. Inside-Picture
Hansa ungewohnt ganz in Rot, von Werder Bremen II ist fast nur der Torwart zu sehen, als Radovan Vujanovic (rechts) das 1:0 erzielt. Björn Ziegenbein (links) assistiert, im Hintergrund bereiten sich Tobias Jänicke und Marcel Schied zum Jubeln vor. Inside-Picture

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23. August 2010, 11:00 Uhr

Der FC Hansa hat sich am 5. Spieltag der 3. Fußball-Liga beim SV Werder Bremen II dank einer überzeugenden ersten Halbzeit verdient mit 2:0 (2:0) durchgesetzt. Es war der bereits vierte Saisonsieg (alle zu null!) – der zweite in der dritten Auswärtspartie.

Jahrelang durfte der FCH im Weserstadion vor bis zu 41 738 Fans auflaufen. Da fällt es noch immer nicht leicht zu akzeptieren, dass die Mannschaft nun einen Viertelkilometer weiter auf einer Kampfbahn namens „Platz 11“ vor nicht mal einem Zehntel einer solchen Kulisse antreten muss.

Aber erstens genügte diese gepflegte Spielstätte z. B. während der WM 2006 sogar den Trainings-Ansprüchen der schwedischen Nationalmannschaft, zweitens zeigten die Gäste keinerlei Berührungsängste mit den veränderten Gegebenheiten: Sie fühlten sich augenscheinlich sauwohl, waren praktisch ohne Gewöhnungszeit drin in der Partie. Besonders auffällig in der ersten halben Stunde Debütant Björn Ziegenbein, der – erst am Donnerstag vom SV Wehen Wies-baden verpflichtet – vorher nur ein einziges Training mit seiner neuen Mannschaft bestritt. Doch von Abstimmungsproblemen war bei ihm zunächst wenig zu spüren: Ob in Kooperation mit Schied und Lartey (6.) sowie Vujanovic (8.) oder im durch Foul gebremsten Alleingang (12.), der 24-Jährige gefiel.

Vujanovic kehrte nach dem 0:4 im DFB-Pokal gegen Hoffenheim wieder in die Start-Elf zurück. Lange und Robert Müller blieben draußen. Zudem wechselte Trainer Vollmann das System von 4-3-2-1 zurück auf 4-4-2 mit Raute im Mittelfeld.

Werder II erwies sich als anfällig in der Abwehr (solange die Gäste kompromisslos attackierten) und recht harmlos im Vorwärtsgang, kurzum, als dankbarer Gegner. Das 1:0 war nur folgerichtig: Schied auf Ziegenbein, den Abpraller schiebt Vujanovic ein (18.) – endlich ist bei dem „österreichischen Serben“ der Knoten geplatzt! Einmal in Fahrt, ließ er gleich noch sein zweites Saisontor folgen, Pannewitz hatte aufgelegt (28.). 2:0, dieser Pausenstand war absolut verdient und hätte höher ausfallen können (Vujanovic scheitert frei stehend am Bremer Torwart Wiedwald/26.).

Nach der Pause ließen es die Rostocker – am Sonnabend ganz in Rot – bei herrlichstem Sommerwetter ruhiger angehen. Jetzt stand die Absicherung des Ergebnisses im Vordergrund. Das klappte auch. Da sich allerdings die eine oder andere Nachlässigkeit einschlich, nur mit etwas Glück. Die Weiß-Grünen wurden kecker und besaßen durch Thy (63./aus keineswegs zu spitzem Winkel ans Außennetz), Testroet (83./ Hahnel hält, Schyrba blockt) sowie Ayik (90.+1/aus aussichtsreicher Position daneben) genug gute Möglichkeiten zum Anschlusstreffer.

Hansa hingegen kam jetzt kaum noch zu verheißungsvollen Situationen vor dem bzw. im gegnerischen Strafraum. Einzig Schied, geschickt freigesperrt von Vujanovic, hatte einmal freie Schussbahn, vergab jedoch unkonzentriert (67.). Alles in allem geriet er aber nicht in Gefahr, der Sieg, den Ex-Bundesliga-Profi Thomas Wolter, Trainer von Werder II, so einschätzte: „Die Rostocker waren von dem, was sie spielen wollten, überzeugt – wir nicht.“


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