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Crivitz : Stahltrog komplettiert Bahnbrücke

vom

58 Tonnen am Kranhaken zu haben und diesen Koloss genau auf die vorgefertigten Widerlager der Brücke zu setzen, erfordert auch bei Spezialisten höchste Konzentration und Fingerspitzengefühl. Am Sonnabend war es soweit.

svz.de von
erstellt am 17.Apr.2011 | 08:34 Uhr

Crivitz | Bei aller Routine war es doch ein spannender Moment: Denn 58 Tonnen am Kranhaken zu haben und diesen Koloss passgenau auf die vorgefertigten Widerlager der Brücke zu setzen, erfordert auch bei Spezialisten höchste Konzentration und viel Fingerspitzengefühl. Am Sonnabend Nachmittag war es jedoch soweit. Der in Espenhain bei Leipzig hergestellte Stahltrog wurde zuvor, auf der Trammer Straße liegend, zur Montage vorbereitet. Der aufgestellte Spezialkran, der sogar Lasten bis zu 350 Tonnen heben kann, hievte das Herzstück der neuen Bahnbrücke dann in die Höhe. Eine leichte Drehung in der Luft und der Koloss kam an den für ihn bestimmten Platz. Für die Endmontage waren sechs Spezialisten der Espenhainer Firma Mitteldeutsche Bergbau Service GmbH extra nach Mecklenburg gekommen. Gemeinsam mit den Bauleuten der Sächsischen Bau GmbH und Vertretern der DB-Projektbau legten sie sich seit Freitagabend rund um die Uhr ins Zeug, damit diese letzte Etappe beim Crivitzer Brückenneubau problemlos über die Bühne gehen kann. "Auf dieser Baustelle ist es zwar ganz schön eng, aber damit kommen wir klar", unterstreicht Juliane Sonne, Bauleiterin der TDE. Wie gut lässt sich am besten am Zeitplan belegen. Denn nachdem in den frühen Morgenstunden des Sonnabends die Behelfsbrücke demontiert wurde, ging es Schlag auf Schlag weiter. Schon am Nachmittag konnte der Trog eingesetzt werden. Geplant war das erst für den Abend. Somit verpassten zwar einige Schaulustige das Spektakel. Aber die Bauleute legten lieber vor, statt unnütz Zeit verstreichen zu lassen. "Denn wir haben noch bis Donnerstag zu tun", betont Thomas Haars von der Bauüberwachung der Bahn. Schließlich muss der Trog an vier Stellen mit Spezialbeton mit den Widerlagern verbunden werden. Und die Gleisanlagen sind ebenfalls noch zu errichten. Fertig sein muss alles am Donnerstag um 4.30 Uhr. Dann soll der erste Zug über die neue Brücke rollen. Bis einschließlich Mittwoch, 20. April, setzt die Ostseelandverkehr auf der Zugstrecke zwischen Crivitz und Parchim daher auch noch Ersatzbusse ein. Auf der Trammer Straße - unter der neuen Brücke - kann hingegen der Verkehr schon wieder von morgen früh 6 Uhr an rollen. "Die Zeit brauchen wir, auch um die schwere Technik wieder abzubauen", betont Haars.

Dass die neue Brücke nun steht, darüber zeigte sich auch Paul Freitag erfreut. Der stellvertretende Bürgermeister von Crivitz sah sich auf der Baustelle um. Zu Beginn des Jahres 2010 und auch kurz vor Weihnachten hatten Frost und Schnee die Zeitpläne über den Haufen geworfen (SVZ berichtete). "Auf die Vollsperrung jetzt hatten sich alle Crivitzer eingestellt. Sie war kein Problem mehr. Hauptsache, die Brücke ist nun fertig."

Das gilt allerdings noch nicht für die Trammer Straße. Deren Ausbau verzögert sich, hier gibt es Probleme beim Grundstückserwerb.

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