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Schwerin: Vom Geburtstagsgeschenk bis zur Spitzensportförderung : Städtische Firmen als Großsponsoren

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Die Schweriner Stadtvertreter wollen lieber unter Verschluss halten, was städtische Firmen an Vereine, Verbände und soziale Einrichtungen als Sponsoren zahlen.

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erstellt am 26.Mär.2011 | 01:49 Uhr

Schwerin | Die Schweriner Stadtvertreter wollen lieber unter Verschluss halten, was städtische Firmen an Vereine, Verbände und soziale Einrichtungen als Sponsoren zahlen. Eine große Mehrheit lehnte den Antrag des Einzelstadtvertreters Manfred Strauß, alle Sponsorenleistungen offen zu legen, ab. "Zu brisant", hieß es aus den Fraktionen. Denn möglicherweise könnten böswillig Verbindungen hergestellt werden - zwischen Geschäftsführern und Vereinsvorsitzenden, zwischen Stadtvertretern, die in Aufsichtsräten sitzen, und Verbänden. Fließen Sponsorengelder nur, weil das Kind von Person X im Verein Y Fußball spielt? Diesen Fragen wollten sich die Schweriner Stadtvertreter offenbar nicht aussetzen. Dabei ist die Liste (liegt unserer Zeitung vor), die die städtische Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung GBV zusammen gestellt hat, hoch interessant.

Insgesamt wurden 2009 und in den ersten sieben Monaten des Jahres 2010 genau 677 072,02 Euro für Spenden und Sponsoring ausgegeben. Die Summen fielen sehr unterschiedlich aus. Während der Zoo und das Zentrale Gebäudemanagement keinen Cent gaben, zahlte der Stadtwerkeverbund 506 243,95 Euro. Davon gingen 2009 99 000 Euro in den Spitzensport und nur 18 095 Euro in den Breiten- und Nachwuchssport. Kulturelle Projekte erhielten 13 900 Euro und an soziale Vorhaben gingen 75 450 Euro.

Geburtstagsgeschenke verteilte die Kita gGmbH. 30 Euro gingen an den Kinderschutzbund, damit der ein Geburtstagsgeschenk für den Ex-Geschäftsführer der Stadtwerke, Matthias Kühne kaufen konnte. Die gleiche Summe zahlte der städtische Kita-Betreiber an das "Staatstheater zur Förderung v. kulturellen Zwecken zum Geburtstag v. Hr. Kümmritz".

Die Wohnungsgesellschaft WGS bezahlte 6398,25 Euro als Mitglied in drei Vereinen: "Die Platte lebt", als Förderer privater Hochschulen und an den Stadtfeuerwehrverband. Der größte Posten ging an den SSC: 14 280 Euro wurden am 19. Juli 2010 angewiesen. Die SG Dynamo bekam 1250 Euro, zur Grundsteinlegung des Hospizes wurden nur 30 Euro gespendet.

Interessant ist die Aufstellung für das Mecklenburgische Staatstheater. Insgesamt gab die Kultureinrichtung 10 470 Euro für "Spenden und Sponsoring" aus. Warum darunter eine Spende von 50 Euro an die Monte Cassino Stiftung in Rinteln ging, steht nicht in der Liste. Allerdings ist unter "Spenden und Sponsoring" auch eine Summe von 5950 Euro aufgeführt. Das Geld ging an die Post Schwerin Handball-Bundesliga GmbH. So jedenfalls die Angaben des Theaters gegenüber der GBV. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hatte dagegen gegenüber den Stadtvertretern erklärt, dass die Summe kein Sponsorengeld, sondern eine Werbeausgabe war, mit der eine Anzeige im Programmheft der Post-Handballer bezahlt wurde.

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