Stadtwerke ändern Trinkwasserpreis

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20. Juli 2010, 08:11 Uhr

Wittenberge | Der Aufsichtsrat für die Stadtwerke hat eine Veränderung der Trinkwasserpreise ab dem 1. August beschlossen. Vor zehn Jahren hat es die letzte Preiserhöhung gegeben. Seit fünf Jahren, so gestern die Stadtwerke, arbeite die Sparte Trinkwasser aber mit einem Defizit.

Wie die Veränderungen im Einzelnen aussehen, darüber informierten gestern die Geschäftsführerin der Stadtwerke, Eveline Geisler, und der für diesen Bereich zuständige Leiter Christian Kantor.

Mit Beginn des neuen Monats wird der Arbeitspreis, also jener Preis, den der Bürger pro Kubikmeter zu zahlen hat, von 1,70 Cent auf 1,65 Cent reduziert. Strukturelle Veränderungen gibt es bei den Grundpreisen. Sie werden sich auf die verschiedenen Wohnformen unterschiedlich auswirken. Während die Bewohner von Einfamilienheimen ab dem nächsten Monat etwas weniger zahlen müssen, werden Mieter in großen Wohnhäusern stärker belastet. Der Grund: Bislang berechnen die Stadtwerke die Grundgebühr pro Zähler in Abhängigkeit von deren Größe und vom Verbrauch. "Ab dem 1. August werden wir den Grundpreis pro Wohneinheit erheben", erklärt die Geschäftsführerin der Stadtwerke.

Der Knackpunkt: Einfamilienhäuser verfügen jeweils über einen Zähler. Große Häuser mit bis zu 40 Neubauwohnungen sind auch mit einem Trinkwasserzähler ausgestattet.

Die Anzahl dieser Zähler und ihre Größe spielen mit der Neuregelung des Preisgefüges nicht mehr die ausschlaggebende Rolle, sondern der Wohnungen in einem Haus.

Christian Kantor verdeutlicht anhand von Beispielen, wie sich der neue Grundpreis auswirkt. Ist für ein Einfamilienhaus bei durchschnittlichem Trinkwasserverbrauch derzeit noch eine Grundpreis von 65,64 Euro pro Jahr zu entrichten, werden es nach dem neuen Modell 51,36 Euro sein.

Anders stellt sich das Bild für Mieter beispielsweise in einem Haus mit 40 Wohnungen bei einem angenommenen mittleren Wasserverbrauch dar: Statt bisher 10,56 Euro im Jahr müssten sie nach dieser Beispielsrechnung 51,36 Euro Grundpreis bezahlen.

Dem Vorwurf, dass Eigenheimbesitzer mit der strukturellen Veränderung im Preisgefüge bevorteilt werden, hält die Geschäftsführerin der Stadtwerke entgegen: "Wir halten es für gerecht. Die Wohnungen werden gleichgestellt. Der Versorger in Perleberg praktiziert dieses Modell übrigens schon seit 1991." Die Wohnungsgenossenschaft "Elbstrom" und die Wohnungsbaugesellschaft kritisieren die Preisanpassung.

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