Mueß : "Stadt lässt den Ortsteil ausbluten"

Katastrophale Straßenzustände: Die Mueßer wollen die Sanierung der Fahrbahnen und Gehwege  jetzt und nicht erst nach dem Ausbau der B 321. Foto: Reinhard Klawitter
Katastrophale Straßenzustände: Die Mueßer wollen die Sanierung der Fahrbahnen und Gehwege jetzt und nicht erst nach dem Ausbau der B 321. Foto: Reinhard Klawitter

Im Ortsteil Mueß sind die knapp 1000 Einwohner mit der Stadtpolitik und der Verwaltung unzufrieden. Der Grund: Die Missstände im Ortsteil, insbesondere der schlechte Zustand der Straßen und Wege.

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31. Mai 2013, 09:43 Uhr

Schlechte Stimmung am Stadtrand. Im Ortsteil Mueß sind die knapp 1000 Einwohner mit der Stadtpolitik und der Verwaltung unzufrieden. "Wir fühlen uns inzwischen wie das siebte Rad am Wagen", heißt es aus dem Ortsbeirat. Der hatte sich vor rund drei Jahren gegründet. Der Anlass: Die Missstände im Ortsteil, insbesondere der schlechte Zustand der Straßen und Wege. "Wir haben viele Initiativen ausgelöst und auch einige kleine Erfolge erzielt", so der Ortsbeiratsvorsitzende Hasko Schubert. "Die großen Dinge kommen aber nicht voran."

Deshalb hatte sich der Ortsbeirat den Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Hacker eingeladen. Die Bürgervertreter hatten die Hoffnung, dass der Verkehrsexperte gute Kunde zum vierspurigen Ausbau der Bundesstraße B 321 bringen würde. Denn die Stadtverwaltung hat bestimmt, dass die Straßen in Mueß erst saniert werden, wenn der Ausbau des Autobahnzubringers abgeschlossen ist. Schließlich müsste der Umleitungsverkehr durch das Dorf geführt werden - der Schwerlastverkehr würde der Alten Crivitzer Landstraße sehr zusetzen. Doch Hacker konnte nur mitteilen, dass noch völlig unklar ist, ob und wann die B 321 ausgebaut wird. Und mit Innerortsstraßen habe der Bund nichts zu tun. Da könne er nicht helfen: "Ich bin leider auch nicht der Zauberlehrling."

Die Ortsbeiratsmitglieder und die zahlreich erschienenen Bürger drücken aber noch weitere Probleme. So ist die 1965 gebaute Brücke über die Crivitzer Chaussee abrissreif. Ob es einen Neubau geben wird, wissen die Bürger nicht. "Wir brauchen die Brücke, weil die B 321 unseren Ortsteil ohnehin schon teilt", so Hasko Schubert. Weil die Bundesstraße vorerst nicht ausgebaut wird, gibt es auch keinen schnellen Lärmschutz für die Anwohner. Parkplätze fehlen im Ort. "Man muss sich endlich von dem Zusammenhang der Sanierung der innerörtlichen Straßen mit der B 321 trennen", forderte Karola Beckmann. Um Fördermittel zu bekommen, müssten die Dorfstraßen "unter touristischen Gesichtspunkten" in Ordnung gebracht werden, meinte die Bürgerin.

Ein weiteres Thema: Glascontainer sind so platziert, dass haltende Autos den Verkehr gefährden. Anwohner beklagen Lärm am späten Abend und am Wochenende. Es gibt viele Schmuddelecken "Wir hatten schon mehrere Ortsbegehungen mit dem stellvertretenden Bürgermeister Wolfram Frie ders dorff", so der Ortsbeiratsvorsitzende. "Wir werden von der Verwaltung aber nur hingehalten und fühlen uns wie ein Blinddarm."

Die Mueßer wären schon froh, wenn jedes Jahr in ihrem Ort wenigstens ein bisschen passieren würde. "Wir brauchen aber beispielsweise keinen neuen Weg am Freilichtmuseum entlang zum See, statt dessen sollte der Weg zum Reppin saniert werden", so eine Forderung. Aber das wenige Geld der Stadt gehe ja vor allem in andere Ortsteile. "Unsere Straßenlampen sind von 1969. In der Hamburger Alle sind sie aber in den vergangenen 20 Jahren schon dreimal erneuert worden", so ein Beispiel von Friedrich-Walter Beckmann.

Ortsbeiratsmitglied Andreas Helms machte am Rande der Sitzung den Vorschlag, dass sich Mueß doch von der Landeshauptstadt trennen und dem Amt Ostufer Schweriner See anschließen sollte. Nicht ganz ernst gemeint. Aber eine deutliche Warnung an die Umlandgemeinden, sich bloß nicht nach Schwerin eingemeinden zu lassen.

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