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Laage: Ankauf des denkmalgeschützten Hauses Markt 8 : Stadt kommt erneut nicht zum Zuge

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Der Kauf des denkmalgeschützten Hauses Markt 8 in Laage ist erneut gescheitert. Der Vertrag war ausgehandelt. Ein Beschluss lag den Stadtvertretern vor.

svz.de von
erstellt am 07.Jul.2011 | 12:03 Uhr

Der Kauf des denkmalgeschützten Hauses Markt 8 in Laage ist erneut gescheitert. Der Vertrag war ausgehandelt. Ein Beschluss lag den Stadtvertretern vor. Doch am Morgen vor der Sitzung, so berichtet Bürgermeisterin Ilka Lochner-Borst, lag ein Brief des Eigentümers im Rathaus-Briefkasten. Inhalt: Andreas Springer will nicht verkaufen. Alles bleibt beim Alten oder doch nicht ganz. Denn in den vergangenen Tagen schritt der Verfall des Hauses fort. Steine stürzten am Rande des sanierten Marktes herunter.

"Das Haus ist Schrott", sagt Springer. Dennoch wolle er es behalten und nun doch selbst sanieren. Auf Städtebaufördermittel will er dabei gänzlich verzichten. Die Sanierung und ein Neubau im hinteren Teil des Grundstückes waren mit rund 700 000 Euro veranschlagt. Eine Baugenehmigung und die Genehmigung für den Abriss des hinteren völlig maroden Teiles des Gebäudekomplexes liegen vor. "Aber 300 000 Euro Eigenmittel kann ich nicht aufbringen", stellt Springer fest. Er wolle nun allein mit sehr viel Eigenleistungen sanieren und sich dafür zehn Jahre Zeit lassen.

Lässt Eigentümer Haus bewusst verfallen?

Einen Rückzieher habe er gemacht, weil die Stadt anders als zuvor besprochen neben der Nutzung für die Verwaltung, das Bürgerbüro, auch ein Café in dem Haus vorsehen wollte. Das passe ihm nicht. Springer, der schon vor zwei Jahren das Haus sanieren und dort eine Gaststätte und eine Pension einrichten wollte, spricht von einem inzwischen schwierigen Verhältnis zur Stadt. "Der Rücktritt vom Verkauf erfolgt nun aber trotz des Angebots der Stadt, gegebenenfalls Abstand von einem Café zu nehmen," stellt Lochner-Borst klar.

Wie der Laager das Haus ohne Fördermitteln in Ordnung bringen will, sei allen Beteiligten ein Rätsel, unterstreicht der Projektleiter der Big-Städtebau. "Er hat des Öfteren davon gesprochen, jetzt

die Zeit für sich arbeiten zu lassen und abzuwarten, dass das Haus zusammenfällt um anschließend in Eigenleistung zu bauen", stellt Claus die Sorgen um das Stadtbild am frisch sanierten Marktplatz dar. "Eine denkmalgerechte Sanierung wie von der Stadt geplant wird es unter diesen Vorzeichen kaum geben", fürchtet Claus. Dem widerspricht Springer gegenüber SVZ. "Ich will erst einmal hinten abreißen und vorne sichern", betont er. Und das solle möglichst in absehbarer Zeit passieren.

"Erheblichen Handlungsdruck" macht auch der Big-Projektleiter aus. Angesichts des sanierten Marktes wolle man nicht zusehen, wie das Gebäude verfällt, betont Claus. Man habe die Untere Denkmalschutzbehörde informiert. Man könne sich nicht vorstellen, dass man dort das denkmalgeschützte Haus dem Verfall preisgeben wolle. Der Landkreis allerdings zieht sich auf die Verkehrssicherungspflicht zurück. In der Hinsicht, so Vize-Landrat Rainer Boldt, handele die Bauaufsichtsbehörde. Ein Bauzaun sichere das Areal. Den hatte schon die Stadt aufgestellt. Nach dem geplatzten Verkauf kam es zum Streit darüber. Inzwischen hat Springer einen Zaun aufgestellt.

Das um 1770 erbaute Haus am Markt 8 ist seit langem ein Stein des Anstoßes. Schon mit dem Vorbesitzer hatte die Stadt verhandelt, war aber nicht zum Zuge gekommen. Als Springer mit seinem Vorhaben in finanzielle Nöte geraten war, bemühte sich die Stadt erneut um eine Übernahme des Hauses. Seinerzeit wollte sie mit Fördermitteln sanieren und dann wieder an Springer verkaufen. Auch das war wie der neuerliche Vorstoß gescheitert.

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