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Förderverein Region Güstrow : Stadt bewahrt historische Türen

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Es ist die Originaltür, die nach der Sanierung wieder das Haus im Grünen Winkel 1 ziert. Dank des Türendepots, das es seit Jahrzehnten in Güstrow gibt, war auch dieses Stück gerettet.

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erstellt am 30.Mär.2011 | 12:48 Uhr

Es ist die Originaltür, die nach der Sanierung wieder das Haus im Grünen Winkel 1 ziert. Dabei hatte das Haus lange leer gestanden, aber dank des Türendepots, das es seit Jahrzehnten in Güstrow gibt, war auch dieses Stück gerettet und eingelagert worden und wartete geduldig darauf, wieder an seien Platz zu kommen. Es ist der Förderverein Region Güstrow (FRG), der seit Mitte/Ende der 1990er-Jahre wertvolle Türen in der Barlachstadt hegt und pflegt und sie somit bewahrt.

Um die 50 komplette Türen aus der Zeit des Barocks bis in das 20. Jahrhundert hinein stehen in Reih und Glied und sind mit Nummern versehen. "Bei der Stadt gibt es einen Katalog, in dem alles Wissenswertes zu den Türen notiert ist", berichtet Burkhard Bauer, der als FRG-Geschäftsführer selbst die Hand auf das Türendepot hält, nach Absprache mit der Stadt Interessenten durch die dunklen Räume führt, Türen wieder herausgibt oder auch neue Depot-Stücke annimmt. Das Angebot ist vielfältig. "Hier stehen Innentüren, ganz normale Außentüren, aber auch riesige Hoftüren", zählt Bauer auf und weiß, wie schwierig es ist, die historischen Stücke wieder nutzbar zu machen. Für die Aufarbeitung eine großen Flügeltür könne man gut und gern 3000 bis 5000 Euro hinblättern. Ein Teil der Türen sei vor Jahren in Zusammenarbeit mit der BBS "Start", ein Bildungsträger in der Stadt, grundlegend aufgearbeitet worden. Hier würden in der Regel nur noch das Glas und neue Farbe fehlen.

Bewusstsein für Wert der Türen in Jahrzehnten gewachsen

Daneben sind im Depot auch Teile von Türen, z.B. einzelne Oberlichter, und allerlei Zubehör untergebracht. Das reicht von der Türklinke über Beschläge, Bänder und Scharniere bis hin zu historischen, noch handgefertigten Nägeln. Auch auf eine alte gusseiserne Ofentür zeigt der FRG-Geschäftsführer. Er wünscht sich, dass all das irgendwann noch einmal gebraucht wird. Warum sonst sollte man es aufheben? Bauer ist sich aber auch sicher, dass die Türen noch 100 Jahre im Depot stehen könnten. Trocken und bei gleichbleibender Kühle seien sie gut aufgehoben. Die Architekten in der Stadt wüssten um den Schatz. Das genüge. Ansonsten schweige man über den Ort der Aufbewahrung.

Dieser wechselte in den Jahrzehnten häufiger. "Erst standen die Türen in der Wollhalle und im Schloss", erinnert sich Jürgen Höhnke. Schon vor rund 50 Jahren seien erste gesichert und deponiert worden. "Über die Jahre hat sich in Güstrow ein beachtliches Bewusstsein dafür entwickelt, dass Türen etwas besonders Wertvolles sind", betont der passionierte Denkmalschützer. Im Idealfall würden die Türen wieder an ihren Ursprungsort zurückkehren. Sie könnten aber auch einen neuen Platz in einem Haus der gleichen Bauphase finden. Als Beispiel nennt Höhnke die Häusers Am Berge, die derzeit saniert werden. "Die Tür ist zwar etwas jünger als das Haus, aber das ist zu akzeptieren", betont er und lobt ausdrücklich das Engagement der Stadt bei der Bewahrung alter Türen. Daneben, so erzählt Höhnke, gebe es auch noch drei privaten Depots in Güstrow. Höhnke nennt den Tischler Fritz Burmeister, der viele Türen in der Stadt gerettet habe, indem er sie kaufte. So habe er beispielsweise dafür gesorgt, dass die Tür aus dem Palais in der Langen Straße nicht verloren gegangen sei.

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