Volleyball: Tabellenführung gegen Wiesbaden verloren : SSC-Damen ohne Durchschlagskraft

Schwerstarbeit: Wegen der  Verletztenmisere musste die 16-jährige Lene Scheuschner (l.) vom SSC II nach dem Nachmittagsspiel gegen Oythe auch am Abend gegen Wiesbaden ran.Albrecht
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Schwerstarbeit: Wegen der Verletztenmisere musste die 16-jährige Lene Scheuschner (l.) vom SSC II nach dem Nachmittagsspiel gegen Oythe auch am Abend gegen Wiesbaden ran.Albrecht

Es sollte nicht sein. Mit der äußerst knappen 2:3 (-23, 18, 25, -22, -16)-Niederlage gegen den VC Wiesbaden verloren die Volleyballerinnen des Schweriner SC am Sonnabend ihre weiße Weste in der Bundesliga.

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25. November 2012, 06:46 Uhr

Schwerin | Es sollte nicht sein. Mit der äußerst knappen 2:3 (-23, 18, 25, -22, -16)-Niederlage gegen den VC Wiesbaden verloren die Volleyballerinnen des Schweriner SC am Sonnabend ihre weiße Weste in der Bundesliga. Damit sind die SSC-Damen auch erst einmal die Tabellenführung los. Aber letztendlich ist dies zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen irrelevant.

Viel wichtiger erscheint die Erkenntnis, dass es derzeit aufgrund der Verletztenmisere im Außenangriff hapert. Lisa Stein und Anne Buijs sind aufgrund gesundheitlicher Probleme im Moment nicht einsetzbar. So mussten in den vergangenen Spielen Janine Völker und Louisiane Penha de Souza Ziegler durchziehen, was sie auch mit Bravour gemacht hatten. Nun aber trat am Sonnabend das ein, was den gesamten Rhythmus im SSC-Spiel empfindlich störte. "Lousi" konnte aufgrund von Rückenproblemen nur sporadisch eingesetzt werden. "Ich habe versucht, ihr Ruhe zu geben, damit sie am Mittwoch wieder richtig fit ist", so SSC-Trainer Teun Buijs. Denn dann steht das DVV-Pokal-Viertelfinale in der heimischen Arena gegen den Dresdner SC an.

So musste Schwerins Coach im Außenangriff neue Kräfte einsetzen. Mit Laeticia Moma Bassoko aus Kamerun, die kurzfristig vor der Partie noch die Freigabe erhielt, fing Teun Buijs im ersten Satz an. Doch der 19-Jährigen merkte man die Nervosität an, erstmals in der Arena vor 1356 Zuschauern zu spielen. "Laeticia war nicht so glücklich in der Annahme. Im Training macht sie das besser. Sie braucht noch ein bisschen Zeit", nahm der Niederländer seinen neuen Schützling in Schutz. Auch der zweite Neuzugang, Diagonalangreiferin Sthéfanie Tiele Martins Paulino, die Anja Brandt ein wenig Luft verschaffte, braucht noch Zeit, sich auf das Spielsystem des deutschen Doublegewinners einzustellen.

So konnte Teun Buijs nicht anders, als in den Sätzen zwei, drei und vier mit der 16-jährigen Lene Scheuschner als zweite Außenangreiferin neben Janine Völker zu agieren. Und der Youngster, der noch zuvor am Nachmittag für den SSC II in der 2. Bundesliga gegen den VfL Oythe angriff, machte seine Sache eben so gut es ging. "Es war schon ziemlich aufregend. Ich habe mich gefreut, dass ich spielen durfte. Es hat Spaß gemacht", so Lene Scheuschner, die nach der Partie noch voll Adrenalin war. "Noch bin ich nicht müde. Aber das kommt noch."

Natürlich hatten sich die cleveren Wiesbadenerinnen gerade beim Aufschlag die Schülerin des Schweriner Sportgymnasiums ausgeguckt und da ging so manches daneben. Auch ihre Angriffe zogen die Hessen vermehrt auf Lene. Da sprang Libero Lisa Thomsen ihr in der Feldabwehr als Unterstützung zur Seite, wo sie nur konnte. Die 27-Jährige erhielt von VCW-Trainer Andreas Vollmer auch die Medaille für Schwerins beste Akteurin. Das war auf der Gegenseite Außenangreiferin Ksenija Ivanovic.

Insgesamt war zudem die Durchschlagskraft im Schweriner Angriff abhandengekommen. Es fehlten die einfachen, schnellen Punktgewinne. Sicherlich auch ein Verdienst der guten Abwehr der Gäste. "Wir wollten so lange wie möglich Widerstand leisten. Schwächen gibt es bei Schwerin eigentlich nicht", so VCW-Trainer Andreas Vollmer. Sein Gegenüber meinte: "Man merkt eben, wenn aus einem eingespielten Team ein Element wegfällt." So versuchte er es im Tiebreak dann mit "Lousi". Und es schien alles doch noch auf ein gutes Ende bei der 8:5- und 13:11-Führung hinauszulaufen. Doch es sollte nicht sein. "Wir haben nicht mit Intelligenz Volleyball gespielt", kritisierte Schwerins Trainer. Abhaken und schon am Mittwoch gegen Dresden besser machen.

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