Grundstücksverhandlungen für Fahrradtrasse erfolgreich : Spornitzer Radweg in Papier und Tüten

<fettakgl>Wenn der Plan aufgeht</fettakgl>, entsteht im kommenden Jahr an der vielbefahrenen Bundesstraße ein Radweg von Spornitz nach Parchim.
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Wenn der Plan aufgeht, entsteht im kommenden Jahr an der vielbefahrenen Bundesstraße ein Radweg von Spornitz nach Parchim.

Jetzt steht es schwarz auf weiß: Der letzte der 65 Grundstückseigentümer an der Trasse für den Radweg nach Parchim hat dem Flächenerwerb zugestimmt. Somit kommen die Spornitzer ihrem Zeil immer näher.

svz.de von
21. März 2013, 10:37 Uhr

Über diese Mitteilung hat sich Bürgermeister Dieter Eckert sehr gefreut. "Jetzt habe ich es schwarz auf weiß: Auch der letzte der 65 Grundstückseigentümer an der Trasse für unseren Radweg nach Parchim hat dem Flächenerwerb zugestimmt. Damit ist eine weitere Hürde genommen." Die Spornitzer kommen ihrem Ziel, das Dorf mit einem sicheren Radweg neben der viel befahrenen Bundesstraße mit der in etwa zehn Kilometer entfernt liegenden Kreisstadt zu verbinden, deutlich näher. "Ich hoffe, dass es auch in Parchim gelingt, die Grundstückseigentümer in etwa gleicher Zahl mit ins Boot zu bekommen. Dann könnte der Bau der Trasse hoffentlich im kommenden Jahr beginnen", meint Eckert, der schon viel Arbeit in dieses Projekt investiert hat. Überzeugen konnte er auch das Verkehrsministerium in Schwerin, das den Fahrradweg Parchim-Spornitz schließlich mit hoher Priorität eingestuft hat. Schon vor knapp einem Jahr gab es für die Finanzierung grünes Licht.

Für Dieter Eckert ist dies erneut der Beweis, dass sich Hartnäckigkeit in der Kommunalpolitik auszahlt. "Wir haben in Spornitz und den Ortsteilen einiges erreicht, obwohl auch bei uns das Geld immer knapper wird", räumt das Gemeindeoberhaupt ein. Umso mehr begrüßt er, dass sich die Landesregierung für die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln an die Kommunen entschieden hat. "Wir haben uns von der Basis aus dafür stark gemacht und auch etwas erreicht", gibt sich Dieter Eckert zufrieden. Dabei weiß der Bäckermeister nur allzu gut, was es heißt, "kleine Brötchen" zu backen. Die Entscheidung beispielsweise, jede zweite Straßenlampe abzuschalten, um Stromkosten zu sparen, fiel keineswegs leicht. "Es ist ein Kompromiss. Am liebsten würden wir die Lampen auf moderne und effektive LED-Systeme umrüsten, aber für diese kostenintensive Investition fehlt uns derzeit die Mittel", räumt der Mann an der Spitze der Gemeindevertretung ein. Auf Kosten der Sicherheit soll aber auf keinen Fall an der falschen Stelle gespart werden. Auch deshalb wurde die Alarmanlage der früheren Schule nun zur Sicherung von Kita und Jugendclub verwendet. "Das wird sich hoffentlich auszahlen. Vor wenigen Tagen haben Diebe im Dorf gerade einen Kleinlaster ausgeraubt. Man muss stets auf der Hut sein", ist sich der Bürgermeister sicher.

Hart getroffen hat die Gemeinde, dass sie für ihre sehr aktive Feuerwehr unerwartet tief in die Tasche greifen musste. Nachdem die Kameraden Anfang vergangenen Jahres zum Großbrand in der Parchimer Kohlenanzünderfabrik ausrücken mussten und dabei ihre Kleidung durch Paraffin völlig unbrauchbar wurde, blieben sie anschließend auf den Kosten für die notwendige Ersatzbeschaffung der Sachen sitzen. "Das hat uns rund 20 000 Euro gekostet, die nun für wichtige Investitionen für unsere Wehr fehlen", klagt Dieter Eckert. Im Amt Parchimer Umland wird darüber nachgedacht, einen Feuerwehrfonds einzurichten, der von allen gespeist wird und im Notfall einspringt. Gut aufgestellt ist die Spornitzer Wehr erfreulicherweise personell. Auch tagsüber ist die Einsatzbereitschaft gesichert und rund 30 Kinder und Jugendliche üben bereits, um auch künftig die Feuerwehr, die wie Eckert betont, das "Herz der Gemeinde" ist, zu unterstützen.

"Man kann nur hoffen, dass dies so bleibt, denn auch Spornitz fehlen die Kinder", bringt es Dieter Eckert auf den Punkt. Obwohl die Kita bis auf den letzten Platz gefüllt ist und auch die dörfliche Infrastruktur familienfreundlich und überdurchschnittlich gut aufgestellt ist, reicht die Zahl der Geburten nicht aus, um die Einwohnerzahl stabil zu halten. Der demografische Wandel macht um Spornitz keinen Bogen. Deshalb sei auch der bevorstehende Abriss der alten Schule und der dort geplante Neubau von altersgerechten Wohnungen ein wichtiges Zeichen. Die Bauanfrage ist gestellt und das Vorhaben findet in der Gemeinde breite Zustimmung. "Priorität hat auf jeden Fall, junge Familien ins Dorf zu locken." Da freut es den Bürgermeister sehr, wenn in Baulücken neue Häuser entstehen.

Für einige Spornitzer gibt es sogar einen Arbeitsplatz vor der Haustür. Die rund 120 Unternehmen, die sich in der Gemeinde angesiedelt haben, sind ein stabiles Rückgrat für die Kommune. "Drei Firmen haben für dieses Jahr Erweiterungen geplant. Das Abbundzentrum in der Dammstraße baut bereits an einer neuen Halle und will die Zahl der Arbeitsplätze um fünf erhöhen", freut sich Dieter Eckert. Für ihn ist es wichtig, mit den Unternehmen ständig den Kontakt zu halten.

Auch über die Region hinaus hat sich Spornitz längst einen Namen gemacht. Seit nunmehr zwölf Jahren laden die Oldtimerfans jeweils am 1. Mai zu einem großen Treffen der Freunde alter Fahrzeuge ein. Dieter Eckert, der zu den Gründungsvätern der Veranstaltung gehört, hat die Organisation inzwischen in die Hände seiner Tochter Liane weitergegeben und hilft hinter den Kulissen wo er kann. "Das wird sicher auch in diesem Jahr ein tolles Spektakel", freut er sich schon sehr.

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