zur Navigation springen
Übersicht

11. Dezember 2017 | 06:51 Uhr

"Spieskamer" vor endgültigem Aus

vom

svz.de von
erstellt am 16.Aug.2010 | 05:45 Uhr

Boizenburg | In Boizenburg geht die Ära der "Spieskamer" ihrem Ende entgegen. Mitte September soll diese Einrichtung, in der bedürftige Menschen mit schmalem Geldbeutel kostengünstig Lebensmittel erwerben konnten, endgültig ihre Pforten schließen.

Grete Bogdahn und ihre engsten Mitstreiter hatten rund sechs Jahre unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins "Dau wat" einmal in der Woche geöffnet, um ihren "Kunden" aus der Elbestadt und ihrer Umgebung zu helfen. Um die Regale füllen zu können, brachten sie für das "Klinkenputzen" in Supermärkten, bei Gemüsebauern und Bäckern sowie für die Belieferung ihrer "Verkaufsstelle" ungezählte Stunden ihrer Freizeit auf.

Rückblickend spricht Grete Bogdahn von einer Zeit voller Höhen und Tiefen. Die "Spieskamer" überstand den Umzug von der Bibliothek in die einstige August-Bebel-Schule, wehrte sich erfolgreich gegen einen Mietvertrag von der Stadt, und schaffte es, dort ein wenig zu helfen, wo die Not am größten ist. Nun ist Schluss. Grete Bogdahn und ihr Team bedauern das ein wenig, da sie im Laufe der Zeit zu einigen ihrer "Kunden", deren Anzahl die 70 erreichte, ein richtiges Vertrauensverhältnis aufgebaut hätten. Doch die Gesundheit der Stammbelegschaft von der "Spieskamer", die inzwischen alle um die 70 Jahre alt sind, spielt nicht mehr mit.

Die Hilfe geht weiter. Mit der Schweriner Tafel, die am 25. September ihr zehnjähriges Bestehen begeht, wurde ein geeigneter Nachfolger gefunden, der zu den gewohnten Öffnungszeiten am alten Platz das Angebot der "Spieskamer" aufrecht erhalten will.

"Ich danke Frau Bogdahn und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern für ihr tolles ehrenamtliches Engagement für diejenigen, die in und um Boizenburg Hilfe brauchen. Dass jetzt die Tafeln für Kontinuität sorgen, zeigt, wie sehr sich die Idee der Tafeln inzwischen in Mecklenburg-Vorpommern durchgesetzt hat. Es ist schlimm, dass wir in unserer Gesellschaft auf den ehrenamtlichen Einsatz der Tafeln angewiesen sind - aber es ist eine tolle Sache, dass die Tafeln zu einer großen sozialen Bewegung geworden sind", sagte Sozialministerin Manuela Schwesig, die die Schirmherrschaft über die Tafeln übernahm.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen