Öffentlichen Spielplätze in Bützow unter die Lupe genommen : Spielplätze für Kinder und Rentner

Verwaist war gestern dieser Spielplatz in Fasanenweg in Bützow. Das lag nicht nur am Regenwetter.  Auch sonst sollen hier kaum noch  Kinder  spielen,  hat die Stadt bei einer Überprüfung festgestellt. Ralf Badenschier
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Verwaist war gestern dieser Spielplatz in Fasanenweg in Bützow. Das lag nicht nur am Regenwetter. Auch sonst sollen hier kaum noch Kinder spielen, hat die Stadt bei einer Überprüfung festgestellt. Ralf Badenschier

Die Spielplätze in Bützow kommen auf den Prüfstand. Doch nicht, um den Kindern etwas wegzunehmen, sondern um durchzuchecken, wo die Plätze wirklich noch gebraucht werden und wo man sie verbessern sollte.

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04. November 2010, 12:05 Uhr

So betonte es Dr. Mathias Wolschon, Vorsitzender des Bauausschusses, auf der Sitzung des Gremiums am Dienstagabend.

Doch natürlich gehe es auch darum, zu schauen, wie viel Geld im nächsten Jahr für die Pflege und den Erhalt der Spielplätze gebraucht werde und wo gespart werden könne, sagte er. Es sei ja ein Anliegen zur Haushaltskonsolidierung, auch bei den Ausgaben für den Bauhof zu sparen. Und dieser habe sich mit um die Spielplätze zu kümmern.

Als Grundlage für die Entscheidungsfindung hatte das Bauamt eine detaillierte Übersicht über alle Spielplätze, deren Ausstattung und die Anzahl der gemeldeten Kinder von drei bis zwölf Jahren in dem Wohngebiet erarbeitet. "Dabei sind natürlich nicht die Kinder berücksichtigt, die von woanders her auf den Spielplatz kommen", so Wolschon.

Von "gut angenommen"bis "nicht mehr attraktiv"

Als "gut frequentiert" schätzen die Ausschussmitglieder den Spielplatz in der Eckernförder Straße ein. An dem solle nicht gerüttelt werden. Als nicht erhaltenswert und sogar etwas gefährlich, da nicht einsehbar, sehen sie den Spielplatz im Rühner Landweg hinter dem Altenwohnheim Lindner an.

Überholungsbedürftig sei der Bolzplatz am Karpfenteich. "Gut angenommen", auch von Familien vom nahen Radweg, werde der Spielplatz im Ahornweg/Eichenweg. Doch gelange der Kletterturm dort nach 15 Jahren "ans Ende seiner Nutzungsdauer", so Wolschon.

Als "wichtig fürs Wohngebiet" wurde der Spielplatz in der John-Brinckman-Straße eingeschätzt.

Nicht mehr gebraucht wird dagegen aus Sicht des Ausschusses der Spielplatz im Fasanenweg. Denn dort leben keine kleinen Kinder mehr.

"Nicht mehr attraktiv" sei dagegen der Trimmpfad im Wald am Stadtausgang Vierburgweg. Die Kontrolle ergab, dass von den einst 13 Stationen nur noch zwei in Ordnung sind. Der Vorschlag aus dem Bauamt ist deshalb, alle noch verbliebenen Stations-Fragmente abzubauen. "Die Bänke und Holzhäuser aber müssen erhalten bleiben, damit sich Spaziergänger dort mal ausruhen oder bei Regen unterstellen können", so Jörg Krone. "Nicht gerüttelt" werden soll an den Spielplätzen in den Ortsteilen Horst und Parkow.

"Einziges Angebot für die Altstadt" sei der Spielplatz Am Wall am Radfernweg Berlin - Kopenhagen. "Da halten viele Radler an, und die Kinder können sich austoben", so Krone.

Doch sei dies alles nur eine erste Übersicht, betonten die Ausschussmitglieder. Sie wollen sich den einen oder anderen Platz nun selbst noch einmal ansehen und dann auf der nächsten Sitzung konkreter werden. Die Entscheidung, welcher Spielplatz bleibt oder verschwindet, fasse die Stadtvertretung. Bützow habe in den vergangenen 20 Jahren fast 4 000 Einwohner verloren. "Weniger Einwohner heißt auch weniger Kinder und weniger Spielplätze, die man braucht. Da müssen wir uns schon konzentrieren", sagt Joachim Fiedler.

"Auch mal im Auge behalten" sollte man die demographische Entwicklung in der Stadt, so Jörg Krone. "Wir müssen auch mal an die Rentner denken. Die wünschen sich vielleicht auch einen Rückzugsort mit Großschachspiel oder ähnlichem", gibt er zu bedenken. Deshalb sollte vielleicht mancher Kinderspielplatz zu einem "Rentnerspielplatz" umgebaut werden, schlägt er vor.

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