"Spielen wir 30-mal zu null, steigen wir auf"

Schon viermal in dieser Saison stand hinten die Null: Hansa-Torwart Jörg Hahnel mit seinen Abwehr-Kollegen  Michael Wiemann und Peter Schyrba. Georg Scharnweber
Schon viermal in dieser Saison stand hinten die Null: Hansa-Torwart Jörg Hahnel mit seinen Abwehr-Kollegen Michael Wiemann und Peter Schyrba. Georg Scharnweber

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25. August 2010, 11:55 Uhr

Rostock | Verhalten ging der FC Hansa vor seiner ersten Saison in der 3. Fußball-Liga mit der eigenen Zielstellung um. Im Hinblick auf die Zusammenstellung einer komplett neuen Mannschaft inklusive völlig veränderter sportlicher Leitung hielt man den Ball flach, sprach von einem einstelligen Tabellenplatz möglichst mit Tuchfühlung nach oben. Trainer Peter Vollmann wollte für eine genaue Formulierung die ersten fünf, sechs Partien abwarten. Diese sind nun rum. Die Ostseestädter gewannen viermal und liegen mit zwölf Punkten auf dem Aufstiegs-Relegationsplatz. Für den Coach ist das aber kein Grund zur Euphorie: "So etwas ist im Fußball immer kontraproduktiv. Die Siege sind gut fürs Selbstvertrauen, aber wir haben noch nichts erreicht. Es werden mit Sicherheit noch Rückschläge kommen."

Zwei Negativerlebnisse gab es schon: in der Liga eine 0:3-Schlappe beim VfB Stuttgart II und gegen Erstligist Hoffenheim das Aus im DFB-Pokal (0:4). Die Truppe fand anschließend aber jeweils sofort in die Erfolgsspur zurück. "Wir haben gesehen, dass die Mannschaft mental in der Lage ist, sich nach solchen Niederlagen wieder zu berappeln. Das ist etwas, was sie auszeichnet und von uns auch gefordert sowie gefördert wird. Wir können nur etwas erreichen, wenn wir als geschlossene Einheit auftreten", erklärt Vollmann.

Trotz der positiven Entwicklungen weicht der 52-Jährige einer Konkretisierung des Saisonziels aus: "Von mir wird man dazu nichts hören. Wir sollten seriös und vorsichtig mit den Erwartungen umgehen. Dabei bleibe ich. Wir denken weiter von Partie zu Partie. Ich freue mich auf diese Frage nach dem 30. Spieltag. Wenn es dann immer noch so aussieht wie jetzt, würde ich sie auch definitiv beantworten. Aber z. B. bei einem Sieg am Sonnabend (14 Uhr DKB-Arena - d. Red.) gegen Unterhaching werde ich meine Meinung dazu nicht ändern."

Intern soll es eine Art Leitspruch geben: "Spielen wir 30-mal zu null, steigen wir auf." Dies entspricht einer Quote von fast 80 Prozent - ein hoher Wert.

In der Praxis liegen die Hanseaten jedoch auf Kurs. In den bisherigen fünf Duellen hielt Keeper Jörg Hahnel seinen Kasten viermal sauber. Alle diese Vergleiche konnte der FCH gewinnen.

Peter Vollmann aber verweist lieber darauf, dass die Ostseestädter bislang nicht mit den Spitzenteams der Liga in Berührung kamen. "Die schweren Par-tien gegen die guten Gegner wie Braunschweig oder Offenbach kommen erst noch. In diesen Duellen werden wir dann sehen, wie stark wir wirklich sind und ob wir mithalten können", so der Coach, der mit seinen Einschätzungen bislang meistens Recht behalten hat.

So forderte er vom Team einen Dreier bei Werder Bremen II, weil er vermutete, dass sich jetzt allmählich eine Spitzengruppe bilden wird. Mit Offenbach, Regensburg, dem FCH , Wehen Wiesbaden und Braunschweig (ein Spiel weniger) hat sich in der Tat ein Quintett auf den vorderen Plätzen eingenistet. Im direkten Duell standen die Rostocker noch mit keinem der aufgezählten Kontrahenten. Auch in den kommenden drei Runden geht es eher gegen "Kleinere". Gelegenheit, die eigene Position zu festigen und Selbstvertrauen für die schweren Aufgaben zu tanken.

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