Spiel ohne Grenzen

Er wollte seinen Schulkameraden nur sein neuestes Spielzeug zeigen. Doch als der Achtjährige in der kleinen Pause eine täuschend echt aussehende Pistole aus dem Ranzen holte, griff die Lehrerin ein und rief die Polizei. Jetzt ist Strafanzeige gegen den Achtjährigen erstattet worden. Wegen Verdachts auf Führen einer „Anscheinswaffe“.

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14. Mai 2008, 09:20 Uhr

Hagenow - Selbst Kriminaloberkommissar Lothar Vogel zögert kurz, als er die Pistole in der Hand hält. „Auf den ersten Blick kann ich jetzt auch nicht sagen, ob die Waffe echt ist oder nicht.“ Erst bei genauem Hinsehen entpuppt sich die Pistole in seinen Händen als so genannte Softair-Pistole. Ein achtjähriger Junge hatte sie in seinem Ranzen mit zur Schule genommen, weil er den Freunden sein neuestes Geschenk zeigen wollte. Der Anblick erschreckte nicht nur seine Klassenlehrerin. Auch die Schulleiterin Micaela Schmill war verunsichert. „Die Pistole war so schwer. Wir konnten wirklich nicht erkennen, ob es sich um eine echte Waffe handelt und haben aus Sicherheitsgründen die Polizei gerufen.“ Die Beamten stellten die vermeintliche Waffe sicher. „Es handelte sich hier um eine Luftdruckpistole mit leerem Magazin“, sagt Fredo Kreft, zurzeit Leiter des Hagenower Polizeireviers.

Weil sie so täuschend echt aussieht, falle sie unter den Begriff „Anscheinswaffen“ und sei deshalb konfisziert worden. Nach der Neuregelung des Waffengesetzes, ist das Führen von Anscheinswaffen, das heißt von Waffenimitaten, die den Anschein einer echten Waffe erwecken, verboten.
Wer also Pistolenimitate bei sich trägt, muss mit einer Strafanzeige und mit einem Bußgeld bis zu 10000 Euro rechnen.

In dem Fall an der Hagenower Grundschule ist jetzt Strafanzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz erstattet worden. Ob sich der Verdacht bestätigt, wird die Untersuchung des Landeskriminalamtes zeigen. Dort wird die Spielzeugpistole nach den Kriterien einer Anscheinswaffe jetzt untersucht, sagt Kriminalhauptkommissar Lothar Vogel. „Auf jeden Fall aber haben die Lehrer an der Grundschule genau richtig reagiert.“

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