Offshore-Umspann-Plattformen auf Werft in Wismar noch im Bau : Spezialtanker fährt nach Murmansk

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Nun ist es weg, das erste Neubauschiff aus der Nordic Yards Werft. Am Sonnabend verließ der arktische Spezialtanker mit Kurs auf das Nordmeer den Werftstandort Wismar.

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10. Oktober 2011, 11:47 Uhr

Nun ist es weg, das erste Neubauschiff aus der Nordic Yards Werft. Am Sonnabend verließ der arktische Spezialtanker mit Kurs auf das Nordmeer den Werftstandort Wismar. Noch vor wenigen Tagen herrschte an der Ausrüstungspier Premierenstimmung. Nach zweieinhalb Jahren fand dort wieder eine Schiffstaufe statt. Die Aufregung der Taufpatin, Maya Mitrofanova (37), Gattin des Generaldirektors vom Auftraggeber Norilsk Nickel war schnell verflogen. Denn die Flasche Rotkäppchensekt zerschellte filmreif am knallroten Rumpf des nagelneuen Tankers. Es knallte sogleich richtig heftig. Die Salutformation der Wismarer Schützen zeigten damit einmal mehr lautstarke Präsenz. Mit dem Aufsteigen weißer, blauer und roter Luftballons gab zeitgleich die Verhüllung am Bug auch den Schiffnamen frei: "Enisey", benannt nach dem längsten sibirischen Fluss, der in das Nordpolarmeer mündet. Ziel der 20-köpfigen Besatzung des Spezialschiffes ist der Basishafen Murmansk. Von dort aus wird der Neubau Häfen in polaren Regionen entlang des nördlichen Seeweges bedienen. Denn speziell dafür ist der 170 m lange und 23 m breiten Doppelhüllentanker konzipiert: Einsatz unter extrem klimatischen Bedingungen bei Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius.

Bei einer Tragfähigkeit von 19 000 Tonnen und einer Ladetankkapazität vom 20 600 Kubikmetern kann das Spezialschiff außerdem bei einer Fahrt von zwei Knoten noch bis zu 1,5 m starkes Eis brechen. Laut aussagen von Vitaly Jusufov handelt es sich dabei um das bisher das einzige Schiff auf der Welt, welches als Tanker all diese Parameter

erfüllt. Der Werftchef ließ während seiner Taufrede nicht unerwähnt, dass die Vertragsunterzeichnung im Februar 2010 für das etwa 100 Millionen teure Spezialschiff gleichzeitig den Neustart des Schiffbaus von Nordic Yards bedeutete. Derzeit sind zwei Offshore-Umspann-Plattformen für Siemens Energy im Bau.

Dem Taufzeremoniell wohnten neben Vertretern des Auftraggebers und der Werft auch Wirtschaftsminister Jürgen Seidel, sowie beide Bürgermeister der Hansestädte Rostock und Wismar, Roland Methling und Thomas Beyer bei. Seidel stellte bei Beschreiten neuer Wege bei der Spezialisierung im Schiffbau die Unterstützung der Landesregierung mit ihren Möglichkeiten in Aussicht. Der Minister betone weiter, dass die maritime Industriebranche unverzichtbar sei und erinnerte daran, dass seit 1946

in Wismar und Warnemünde mehr als 900 hochseegehende Schiffe gebaut wurden.

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