Schwerin : Spezialeinsatz gegen Graffiti

Nico Krajewski trägt die erste Schicht der Spezialfarbe auf einen Brückenpfeiler des Bauwerkes in der Schweinekurve  auf. Dieser wurde zuvor gründlich gereinigt. Werner Mett
Nico Krajewski trägt die erste Schicht der Spezialfarbe auf einen Brückenpfeiler des Bauwerkes in der Schweinekurve auf. Dieser wurde zuvor gründlich gereinigt. Werner Mett

Den "Kunstwerken" an der Schweriner Umgehungsstraße geht es ans Leder. Im Auftrag des Straßenbauamtes Schwerin sind Mitarbeiter der Parchimer Firma Sigro dabei, Graffiti auf Brücken und Schutzwänden zu beseitigen.

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15. November 2010, 11:58 Uhr

Anschließend wird eine neu entwickelte Spezialfarbe aufgetragen. Sie hält auf Beton, Ziegel, Stahl und Kunststoff. "Und diese Flächen sind danach abwaschbar", sagt Bauleiter Fred Nowe.

Dass dieser Gaffiti-Schutz tatsächlich funktioniert, davon konnten sich die Spezialisten übrigens schon überzeugen: "Wir haben im Norden von Schwerin angefangen. Dort wurden von uns behandelte Flächen bereits wieder von Unbekannten besprüht - und von uns sofort wieder gereinigt."

Aktueller Arbeitsplatz für die Männer um Fred Nowe ist die Brücke an der Schweinekurve. Allein hier ist es eine Fläche von fast 400 Quadratmetern, die von den Profis erst gründlich gereinigt und dann mit zwei verschiedenen Schutzanstrichen versehen wird.

Insgesamt soll an der Ortsumgehung eine Fläche von etwa 5000 Quadratmetern mit diesem Schutz versehen werden. In den nächsten Wochen geht es Bauwerk für Bauwerk an der Umgehung in Richtung Süd weiter. Selbst wenn die Witterung mitspielt, werden die Sigro-Männer in diesem Jahr nicht mehr fertig. Den Steuerzahler kostet dieser Spezialeinsatz rund 150 000 Euro.

Dietmar Greßmann, Dezernent im Straßenbauamt Schwerin, ist davon überzeugt, dass sich dieser Einsatz letztlich rechnet - und das gleich doppelt. Denn zum ersten ist das Abwaschen von Graffiti billiger als das ständige Abkratzen der aufgesprühten Farbe. Zum zweiten ist diese aufwändige Aktion eine Frage der Sicherheit. "Jede Brücke wird von uns regelmäßig überprüft", betont Greßmann, der von Hause aus selbst Brückenbauer ist. Die Kontrolleure müssen dabei feinste Risse und kleinste Veränderungen erkennen. Das ständige, unsachgemäße Besprayen macht das unmöglich. Die Frage, ob Graffiti nun Kunst sei oder nicht, stellt sich für Greßmann daher gar nicht: "An Brückenbauwerken und anderen Verkehrsanlagen sind sie schlicht und einfach gefährlich."

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