SPD legt um zwei Sitze zu

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Die SPD wird in der neuen Stadtverordnetenversammlung die stärkste Kraft sein. Sie legt um zwei Plätze zu. Die Linke ist damit nicht mehr stärkste Fraktion. Die UBG stürzt ab. Von sechs Sitzen bleiben ihr drei. Die DVU zieht erstmals in das kommunale Parlament ein. Erstmals wird auch ein Einzelbewerber in der Stadtverordnetenversammlung mitreden.

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30. September 2008, 12:12 Uhr

Wittenberge - Nach dem vorläufigen Endergebnis, das morgen dem Wahlausschuss zur endgültigen Bestätigung vorliegen wird, zieht die SPD mit acht Sitzen (jetzt sechs) ins Stadtparlament ein, gefolgt von der Linken mit sieben Sitzen (jetzt sieben), der CDU mit fünf Plätzen (jetzt fünf) und der FDP mit drei Abgeordneten (bisher ebenfalls drei). Die UBG wird mit drei Abgeordneten statt wie bisher mit sechs vertreten sein. Die DVU hat ganz knapp den Einzug ins Parlament geschafft. B90/Die Grünen verpassten ihn.

Als Einzelbewerber bewarb sich Lubomir Bagdassarov um ein Mandat in der Stadtverordnetenversammlung. Der Arzt schaffte 4,2 Prozent. Das reicht nicht nur, sondern ist laut vorläufiger Erhebung auch ein hervorragendes Ergebnis, denn 759 Kreuze standen hinter seinem Namen.

Die mit Abstand meisten Stimmen konnte wie schon bei der Kommunalwahl 2003 Wolfgang Strutz auf sich vereinen. Der Linken-Politiker erhielt 1768 Stimmen. Auf Platz zwei der beliebtesten Stadtverordneten folgt der für die SPD ins Rennen gegangene Karsten Korup. Der Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft „Elbstrom“ hatte 1384 Kreuze hinter seinem Namen.

Große Freude bei Marcel Elverich, und das gleich in zweifacher Hinsicht. Der SPD-Ortsvorsitzende hat sich um einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung beworben. Das klappt und dann auch noch mit dem drittbesten Ergebnis aller Abgeordneten (809 Stimmen). Und natürlich ist Elverich sehr froh darüber, wie er sagt, dass „wir unsere Position ausbauen konnten, die stärkste Fraktion geworden sind“. „Mit diesem Ergebnis wird unsere Politik belohnt.“ Die SPD habe unter Beweis gestellt, „dass sie solide Arbeit leistet, sich für die Stadt einsetzt“. Das hätten die Wähler nun belohnt.

Freude auch bei der CDU. Für den Ortsvorsitzenden ist es wichtig, dass „wir entgegen des Landestrends unsere Position gehalten haben“.

Im Vergleich zur Wahl 2003 hat die FDP ihre Position um 2,66 Prozent verbessern können, bleibt aber bei drei Mandaten. „Wir können zufrieden sein“, kommentiert der Kreis- und Ortsvorsitzende der Freien Demokraten Manfred Prietzel. „Auch über ein oder zwei Sitze mehr hätten wir uns gefreut.“
Nicht honoriertDie Unabhängige Bürgergemeinschaft (UBG) wird im künftigen Stadtparlament nur noch mit drei statt mit sechs Sitzen vertreten sein. Deutlicher noch als diese Zahlen belegt der prozentuale Vergleich zwischen 2003 und dem Votum am Sonntag, wie sehr die Unabhängigen in der Wählergunst verloren haben. Vor fünf Jahren konnte die UBG 22,67 Prozent aller Stimmen auf sich vereinen, lag damit sogar um 2,34 Prozentpunkten vor der SPD. Am Sonntag reichte es nur noch zu 8,7 Prozent.
Andreas Schön als Fraktionschef redet nicht lange herum: „Es ist ein deutlicher Verlust.“ Aber er könne heute noch nicht und schon gar nicht auf die Schnelle sagen, was zu diesem Abrutschen geführt habe. In einem ist sich der Fraktionsvorsitzende aber sicher: „Wahlergebnisse sind nicht immer das Spiegelbild davon, wie die Abgeordneten arbeiten.“ Für die Unabhängigen nimmt Andreas Schön schon in Anspruch, „dass wir eine sehr rührige Parlamentsarbeit geleistet haben.“

Bürgermeister Dr. Oliver Hermann muss in der kommenden Legislaturperiode mit den neuen Parlamentariern die Stadtpolitik gestalten. Er kommentiert: „Ich freue mich, dass die Parteien, die mich in meinem Wahlkampf unterstützt haben, auch als stärkste aus dem Wahlkampf hervorgegangen sind.“ Mit ihrem Votum hätten die Wittenberger das Kräfteverhältnis im Parlament nicht „erdrutschartig verändert“. „Wenn ich mir das Ergebnis angucke, bin ich zuversichtlich, dass wir parteiübergreifend eine gute Politik für Wittenberge gestalten können.“

Keinen Zweifel lässt der Bürgermeister daran, dass der Einzug der DVU, „auch wenn er denkbar knapp war“, alles andere als befriedigen kann. Er ist aber davon überzeugt, dass „es auf gar keinen Fall einen Rechtsruck in der Stadt gegeben hat“. Auch die Wahlbeteilgung von 37,2 Prozent könne nicht befriedigen, wenn sie sich auch gegenüber 2003 kaum verändert habe.

Folgende Kandidaten werden nach dem vorläufigen Wahlergebnis in die Stadtverordnetenversammlung einziehen:
CDU (5): Karl-Heinz Straßburg, Gordon Hoffmann, Detlef Benecke, Dr. Gisela Bartel, Torsten Schawe;
SPD (8): Karsten Korup, Marcel Elverich, Bettina Krüger, Thomas Tiepermann, Gerhard Rues, Uwe Hacker, Gerd Bielefeldt, Lieselotte Hetze;
Die Linke (7): Wolfgang Strutz, Ulrich Kirschnick, Renate Klickow, Wolfgang Eberwein, Karl-Heinz Brüdigam, Rainer Kias, Christian Elger;
FDP (3): Klaus Baron, Karl-Heinz Vader, Manfred Prietzel;
DVU (1): Jochen Grabo;
UBG (3): Lutz Dieckmann, Andreas Schön, Horst Jaruczewski;
Einzelbewerber: Lubomir Bagdassarov.
Veränderungen können sich noch ergeben, wenn Kandidaten ihr Amt nicht antreten und Ersatzpersonen nachrücken.

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