Sozialpass macht Kultur bezahlbarer

Wer Hartz IV oder andere Sozialhilfeleistungen erhält, kann ab sofort mit seinem Sozialpass im gesamten Landkreis Museen oder Freibäder ermäßigt besuchen. Die Sozialpässe sind bei den Kommunen zu beantragen.

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22. April 2009, 06:56 Uhr

Prignitz | Unentgeltliche Nutzung der städtischen Bibliotheken, für den halben Preis ins Schwimmbad Karstädt, ins Oldtimermuseum Perleberg oder in die Badewelt in Wittenberge. Und auch der Eintritt in Perlebergs Tierpark bzw. Veranstaltungen im Kulturhaus Wittenberge sind um 50 Prozent ermäßigt. Insgesamt 27 Angebote machen die Kommunen den Passinhabern.

Die Prignitz ist Vorreiter im Land Brandenburg, bisher gelten nur hier die Sozialpässe kreisweit, betonte in dem gestrigen Pressegespräch Torsten Uhe, zweiter Beigeordneter des Landrates. Andere Landkreise hätten bereits angefragt, möchten das Modell übernehmen.

Die Zusammenarbeit der Kommunen ermöglicht das Angebot erst. Bisher hatten nur Pritz walk und der Wachstumskern für seine Mitgliedskommunen Wittenberge, Perleberg sowie Karstädt einen Sozialpass. Bürger aus Lenzen oder Bad Wilsnack konnten beispielsweise die Ermäßigungen nicht nutzen und ein Pritz walker ebenso wenig die Perleberger Angebote.

Der neue kreisweite Pass gilt für etwa 11 800 Empfänger von Hartz-IV-Leistungen, für rund 700 Personen, die andere Sozialhilfeleistungen erhalten, sowie für etwa 50 Asylbewerber, nannte Uhe die aktuellsten Zahlen. "Wenn jeder siebente Prignitzer bzw. jedes dritte Kind Anspruch hat, unterstreicht das die Notwendigkeit dieses Angebots, sagte er.

"Wir wollen sozial Schwächere nicht ausgrenzen, sondern integrieren", ergänzte Pritzwalks Bürgermeister Wolfgang Brockmann. Und Perlebergs stellvertretender Bürgermeister Hans Rothbauer verwies auf eine 15-jährige Erfahrung, denn in seiner Stadt sei der Pass 1994 eingeführt worden. "Bedauerlich ist, dass ihn aktuell nur 234 Personen besitzen, anspruchsberechtigt sind etwa 1500 Perleberger", sagte Rothbauer.

Gemeinsam wollen daher Kreis und Kommunen für den Pass werben. Torsten Uhe versprach, dass ein Flyer gedruckt werde, der über das Angebot informiert. Interessierte müssten sich nur bei ihrer Kommune im Rathaus melden. Dort werde der Anspruch ohne große Hürden überprüft, der Pass ausgestellt. Seine Gültigkeit beträgt jeweils ein Jahr.

Auf der Homepage des Landkreises führen Links zu einer Übersicht der Angebote, die ständig aktualisiert würden. Kreis und Kommunen rufen dazu auf, weitere Angebote zu unterbreiten, auch private Museen könnten sich beteiligen. Beide Seiten würden profitieren: Einrichtungen haben zusätzliche Besucher, Bedürftige können stärker am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

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