Sozialhilfeausgaben steigen weiter - MV mit Höchstwert im Osten

von
12. August 2008, 08:56 Uhr

Wiesbaden/Berlin/Schwerin - Mecklenburg-Vorpommern hat 2007 unter den ostdeutschen Flächenländern die höchsten Ausgaben für Sozialhilfe verzeichnet. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag auf der Basis vorläufiger Zahlen mitteilte, gab das Land im vergangenen Jahr im Durchschnitt 194 Euro je Einwohner aus. In Sachsen waren es 114 Euro.

Bundesweit stiegen die Ausgaben für Sozialhilfe - offensichtlich auch wegen wachsender Altersarmut - um netto 3,9 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro. Pro Einwohner wurden 2007 rechnerisch 228 Euro bezahlt, 8 Euro mehr als 2006. In den alten Bundesländern waren es 237 Euro je Einwohner, in den neuen Ländern 152 Euro.

Die mit Abstand höchsten Sozialhilfeausgaben meldeten erneut die drei Stadtstaaten Bremen (385 Euro), Hamburg (367 Euro) und Berlin (355 Euro). Bei Flächenländern im Westen waren die Ausgaben pro Einwohner mit 168 Euro in Baden-Württemberg am niedrigsten, in Schleswig-Holstein mit 277 Euro je Einwohner am höchsten.

Das Bundesarbeitsministerium wollte die unter den Vorjahreswerten liegende Zunahme nicht bewerten: Man warte zunächst die endgültigen Zahlen ab, sagte ein Sprecher in Berlin.

Der Ausgabenanstieg dürfte auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein: So fiel die Zunahme bei der Grundsicherung im Alter 2007 mit 12,7 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro am höchsten aus. Gründe dafür dürften nach Experteneinschätzung neben einer steigenden Zahl bedürftiger Senioren auch höhere Regelsätze sein: In Ostdeutschland wurde der Zahlbetrag für die Grundsicherung im Alter Anfang 2007 um gut vier Prozent auf 345 Euro angehoben. Zur Jahresmitte 2007 gab es dann noch einmal bundesweit eine Erhöhung um rund 0,5 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Sozialhilfeausgaben entfiel mit 10,6 Milliarden Euro auf die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen. Das entsprach einer Steigerung um 0,9 Prozent. Für die Hilfe zur Pflege gaben die Sozialversicherungsträger im vergangenen Jahr netto 2,7 Milliarden Euro (plus 5,4 Prozent) aus. Dies deutet auf eine demografiebedingt steigende Zahl von Hilfsbedürftigen hin.

Für die Hilfe zum Lebensunterhalt wurden 2007 rund 740 Millionen Euro gezahlt - 9,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 2004 - also vor Inkrafttreten von Hartz IV - waren es noch 8,8 Milliarden Euro. Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten Menschen, die nicht erwerbsfähig sind und daher kein Arbeitslosengeld II beziehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen