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Mysteriöser Schilderklau : Souvenir-Jagd am Ortsrand

vom

In der Hagenower Region fehlen gleich in sechs Orten die gelben Schilder. Warum, darüber können Polizei und Ordnungsämter nur spekulieren. Von Zeit zu Zeit würden immer mal wieder Ortseingangsschilder verschwinden.

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erstellt am 06.Jan.2012 | 09:00 Uhr

Hagenow | Schilderklau am Ortseingang: In der Hagenower Region fehlen gleich in sechs Orten die gelben Schilder. Warum, darüber können Polizei und Ordnungsämter nur spekulieren. "Wir haben noch keinen der Schilderdiebe erwischt", sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Das Problem sei nicht neu. Von Zeit zu Zeit würden immer mal wieder Ortseingangsschilder verschwinden. Dass sie gerade jetzt wieder so beliebt sind, liege vielleicht an der Kreisgebietsreform, sagt Bernd Skobel, Ordnungsamtsleiter von Lübtheen. Hier fehlen gleich an zwei Ortseingängen die Schilder. Aus Richtung Lübbendorf und am Ortsteil Quassel. Jährlich verschwinden in Lübtheen im Schnitt zwei Ortsschilder, sagt Skobel. "Als Ludwigslust Kreisstadt wurde, war es besonders schlimm. Da wollten damals offensichtlich viele ein Andenken an den Altkreis Hagenow zuhause haben."

Skobel erinnert sich auch an kuriose Fälle, als Unbekannte über Nacht die Ortseingangsschilder einfach ausgetauscht hatten. "Da stand plötzlich unser Lübtheener Schild vor irgendeinem Dorf in der Nähe von Gadebusch. Und bei uns stand ein Schild aus einer Schweriner Umlandgemeinde." Beliebt sind die gelben Schilder auch auf Goa-Parties oder Open-Air-Musikveranstaltungen. So tauchte ein verschwundenes Schild aus Hagenow-Heide bei einem Konzert in Neustadt-Glewe auf. "Das hatten die Jugendlichen dann dort in die Wiese gerammt, wahrscheinlich um zu zeigen, woher sie kommen", erzählt ein Polizeibeamter aus Hagenow.

In der Körchower Region verschwanden im Oktober in einer Nacht gleich sechs Schilder. Vier in der Ortslage Körchow, eines in Zühr und eines in Perdöhl, berichtet Kriminalhauptkommissar Michael Herhold. "Hier hat die Gemeinde Körchow Anzeige erstattet." Ein Schild tauchte später in einer Garage wieder auf. Der Eigentümer aber gab an, das Schild im Straßengraben gefunden zu haben. Der Diebstahl dieser Schilder sei keineswegs ein Bagatelldelikt, sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann. "Das fällt unter besonders schweren Diebstahl und kann mit Geldstrafe, ja sogar Freiheitsentzug geahndet werden." Zudem sei es ein schwerwiegender Eingriff in den Straßenverkehr, da für den Autofahrer nicht mehr ersichtlich sei, ab wann Tempo 50 gilt." Straßenmeistereien haben deshalb an den fehlenden Ortsschildern Tempo-50-Schilder angebracht. Hinter Ortsschildern ohne ein solches Tempolimit-Schild darf die Polizei übrigens auch nicht blitzen. "Das passiert aber ohnehin nicht, weil wir uns vorher vergewissern, ob die Beschilderung auf der gemessenen Strecke in Ordnung ist", so Klaus Wiechmann.

Lübtheens Ordnungsamtsleiter Bernd Skobel rechnet nächste Woche mit der Lieferung der neuen Schilder. Fast drei Monate musste die Gemeinde auf die 700 Euro teuren Schilder warten. Skobel hatte kurz erwogen, die Schilder jetzt diebstahlsicher anschrauben zu lassen. Das bringe aber auch nichts, sagt er. "Vor Jahren haben wir schon einmal bei einem neuen Schild die Schraubenköpfe versiegelt, damit sie nicht mehr abgeschraubt werden können." Doch wenig später war das Schild dennoch verschwunden. Die Diebe haben es samt Pfahl einfach abgeflext.


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