Sorgerecht für 188 Kinder in 2007 entzogen - Elf Prozent Anstieg

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23. Dezember 2008, 01:51 Uhr

Schwerin - Die Familiengerichte in Mecklenburg-Vorpommern haben im Jahr 2007 deutlich häufiger Eltern das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen als im Jahr zuvor. 188 Mal griffen Richter in das elterliche Vorrecht ein, das seien 19 Fälle oder 11 Prozent mehr als 2006 gewesen, teilte das Statistische Amt am Dienstag in Schwerin mit. Häufiger wurde die elterliche Sorge in den vergangenen zehn Jahren nur noch im Jahr 2000 entzogen, als es 193 derartige Fälle gab. Für 164 der 188 betroffenen Kinder wurde 2007 das Sorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen. Das war der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren. In fast allen Fällen (187) erfolgte der Sorgerechtsentzug auf Initiative der Jugendämter.

Das bedeutet den Angaben zufolge eine Steigerung um 14 Prozent oder 23 Fälle gegenüber 2006. Mehr Anzeigen der Jugendämter zum Entzug des Sorgerechts waren in den zurückliegenden zehn Jahren nur in den Jahren 2000 (232 Anzeigen) und 2001 (217 Anzeigen) gestellt worden. Eine Einschränkung oder ein Entzug des Sorgerechts kann nur durch ein Familiengericht erfolgen. Voraussetzung ist, dass eine Kindeswohlgefährdung vorliegt und die Entscheidung des Gerichts im Interesse des Kindeswohls ist.

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