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Solardach auf Kindertagesstätte : Sonnenschein für Sonnenblume

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Was braucht die Sonnenblume, um zu gedeihen: vor allem Sonnenschein. Das gilt auch für die Kindertagesstätte gleichen Namens in Sülstorf. Dafür gesorgt hat die Gemeinde mit einer 80 000-Euro-Investition.

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erstellt am 20.Jan.2011 | 11:37 Uhr

Denn Sülstorf möchte Bioenergie-Dorf werden und daher eine Photovoltaik-Anlage errichten lassen - auf den nach Süden ausgerichteten Dächern der beiden Kita-Gebäude. 86 Solarmodule bedecken eine Gesamtfläche von 140 Quadratmetern. Bei normalem Sonnenschein können so im Jahr 17 600 Kilowatt Strom erzeugt werden. Das entspricht in etwa dem Verbrauch von sechs Haushalten á drei Personen. "Wir konnten die Solaranlage noch vor dem Jahreswechsel fertig stellen und erhalten daher noch die höhere Vergütung für die Einspeisung von Strom ins Netz", freut sich Bürgermeister Horst Busse. Dennoch werde es acht bis neun Jahre dauern, bis das investierte Geld in die Gemeindekasse zurück geflossen ist. Immerhin geht der Bürgermeister bei dieser Solaranlage von einer Laufzeit von 20 Jahren aus.

Wichtig sind den Sülstorfer Kommunalpolitikern aber auch solchen Fakten wie Nachhaltigkeit, Umwelterziehung und Unterstützung der Kindertagesstätte, die sich in Trägerschaft des DRK-Kreisverbandes Ludwigslust befindet. Die 24 Mädchen und Jungen, die hier in Krippe, Kindergarten und Hort betreut werden, haben schon den Aufbau der Anlage interessiert verfolgt. Nun können sie auch jederzeit ablesen, wie viel Strom ihre Solaranlage gerade herstellt. Die Messtafel am Kita-Eingang zeigt auch an, welche Gesamtmenge Strom erzeugt wurde und rechnet diesen Wert auch um in den so eingesparten Kohlendioxid-Ausstoß. Natürlich musste das den Kindern erst ihrem Alter entsprechend erklärt werden.

Doch die Kita profitiert auch finanziell von der Solaranlage. So wird der Strom von den Dächern gleich im Haus verbraucht. Erst wenn ein Überschuss anfällt, geht dieser ins Netz. Wenn die Sonne nicht scheint, kann die Kita natürlich Energie aus der Steckdose beziehen. Die auf den Kita-Dächern produzierte Strommenge und der reale Verbrauch werden aber verrechnet. Die Gemeinde überlässt die Einspeisevergütung für den tatsächlichen Verbrauch dabei der Kita. Das Geld für die darüber hinaus erzeugte Strommenge fließt in die Gemeindekasse. "Auch wenn wir nicht mehr Träger der Kita sind, möchten wir dazu beitragen, dass sie erhalten bleibt", betont Horst Busse. Der Bürgermeister macht auch deutlich, dass die Anhebung der Elternbeiträge um zehn Euro pro Monat und Kind zu Jahresbeginn nichts mit der Solaranlage zu tun hat. "Die haben wir komplett aus unserer Rücklage bezahlt."

Kita-Leiterin Martina Lindhorst freut sich über die große Unterstützung durch die Gemeinde. Die Erzieherinnen selbst sind aber nicht untätig. Sie haben nicht nur die Stromerzeugung mit Hilfe der Sonne mit den Kindern besprochen: Im Haus selbst soll künftig noch mehr auf den sparsamen Umgang mit Energie geachtet werden. Eine Mitarbeiterin bildet sich dafür ganz gezielt weiter.

Und auch für die Gemeinde ist mit der Fertigstellung der Solaranlage das Projekt nicht zu Ende. Denn zu einem Bioenergie-Dorf gehört mehr. Dem ersten Projekt sollen rasch andere folgen. So ist eine Erweiterung des Windparkes im Gespräch. Wie das konkret aussehen kann, darüber wollen die Gemeindevertreter auf ihrer Beratung am 27. Januar reden. Das Thema kommt erstmals auf die Tagesordnung.

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