Sommer, Sonne, Stau

svz.de von
11. Juli 2010, 07:44 Uhr

Rostock/Anklam | Sommerwetter wie aus dem Bilderbuch hat am Wochenende Tausende an die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns gelockt. Dort war bei Wassertemperaturen von 22 bis 23 Grad noch Erfrischung und Entspannung zu finden. Die hatten viele der Urlauber und Ausflügler, die mit dem Auto bei Temperaturen bis zu 36 Grad angereist waren, auch nötig. Auf den Straßen gen Norden staute sich der Verkehr. Auf dem Zubringer nach Rügen, Deutschlands größter Insel, standen die Autos vor der Rügenbrücke auf drei Kilometern, sagte ein Polizeisprecher. Weitere 14 Kilometer Stau gab es auf der Bundesstraße 96 bis nach Samtens. Da der alte Rügendamm wegen einer Sanierung bis zum nächsten Jahr gesperrt ist, empfahl die Polizei, die Fähre von Stahlbrode nach Rügen zu nutzen.

Auch vor der Insel Usedom ging es nur langsam in Kolonnen voran. Schon in Anklam floss der Verkehr nur zäh, wie ein Beamter sagte. Das setzte sich bis zur Zecheriner Brücke fort. Staus gab es auch vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, wo die Autos von Barth an auf drei Kilometern standen. Auf den Autobahnen an die Küste sorgten der Polizei zufolge Baustellen wie bei Kavelstorf nahe dem Kreuz Rostock für Staus und zähen Verkehr. In Warnemünde waren nach Polizeiangaben schon am Vormittag keine Parkplätze mehr zu finden. Außer dem Strand lockten auch die Warnemünder Woche, ein Drachenbootrennen mit 1800 Aktiven und vier Kreuzfahrtschiffe, die gleichzeitig im Hafen lagen. Besucher sollten das Auto außerhalb stehen lassen und mit der gekühlten S-Bahn nach Warnemünde fahren, riet ein Polizeisprecher. "Bei 40 Grad einen Parkplatz zu suchen, nervt doch nur."

Wer spontan in Warnemünde übernachten wollte, hatte schlechte Karten: "Wir haben gar nichts mehr, sogar Rostock ist voll", sagte Anja Syperek-Nowlin, Mitarbeiterin in der Touristeninformation. Man habe sogar Familien mit Kindern wegschicken müssen. "Das ist die Kehrseite des Sommers", meinte der Sprecher des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf. Er riet, ins Hinterland auszuweichen, dort gebe es auf jeden Fall noch Quartiere. Über 300 000 Gäste erwartete der Tourismusverband am Wochenende im Nordosten. Die Branche sei zufrieden, viele Unternehmen machten in den jetzigen Ferienwochen den Umsatz, von dem sie noch im Winter zehren müssten. "Wenn es jetzt nicht laufen würde, müsste man sich Sorgen machen", sagte Woitendorf.

Dennoch hofft er, dass es nicht noch heißer wird. Das Stettiner Haff habe fast 28 Grad, das fördere das Algenwachstum, sagte Woitendorf. Auch seien vor allem Ältere und Familien mit Kindern in der Hitze eingeschränkt. Wo es geht, verlegen Einheimische und Gäste ihre Aktivitäten in die Abendstunden. Am Strand von Lubmin etwa sind nächtliche Grillfeuer und Strandpartys erlaubt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen