Soldat wider Willen aus Arrest entlassen

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21. Mai 2008, 09:30 Uhr

Neubrandenburg - Der Kriegsdienstverweigerer Matthias Schirmer hat gestern in der Kaserne des Logistikbataillons 142 in Viereck bei Pasewalk seinen Hungerstreik beendet. „Er konnte nach Hause fahren, sein Arrest wurde vorzeitig aufgehoben“, sagte gestern Monty Schädel, Sprecher der Deutschen Friedensgesellschaft, gegenüber unserer Redaktion. Schirmer befand sich seit dem 8. Mai im Hungerstreik. Damit protestierte er gegen die Verhängung eines zweiten Arrests von 21 Tagen. Diese Disziplinarmaßnahme war seiner Meinung nach rechtswidrig, weil seine Verweigerungshaltung bereits deutlich geworden sei. Ein Militärrichter hatte gestern über eine Beschwerde gegen den Arrest entschieden.

Der junge Mann aus Friedrichshafen am Bodensee lehnt sowohl den Wehr- als auch den zivilen Ersatzdienst strikt ab. Feldjäger hatten den Mann Anfang April aus seinem Heimatort abgeholt, nachdem er seiner Einberufung nicht gefolgt war. In Viereck, wo die Grundausbildung für das Logistikbataillon 142 (Basepohl) stattfindet, hatte er es abgelehnt, eine Uniform zu tragen und sich zu rasieren.
Nach Angaben der Deutschen Friedensgesellschaft trat Schirmer gestern seine Heimreise an den Bodensee an. Auf ihn wartet möglicherweise ein Gerichtsverfahren. In ähnlichen Fällen verhängten Richter Bewährungs- oder Geldstrafen gegen die Totalverweigerer.

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