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Erstmals Müllkippe als Kraftwerks-Standort : Solarstrom vom Deponieberg Paarsch

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Zum ersten Mal dient das Gelände einer stillgelegten Müllkippe als Fläche für ein Solarkraftwerk, das gestern in Paarsch bei Parchim ans Netz ging. Pro Jahr werden knapp eine Million Kilowattstunden Strom erzeugt.

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erstellt am 29.Dez.2011 | 12:09 Uhr

Zum ersten Mal dient das Gelände einer stillgelegten Müllkippe als Fläche für ein Solarkraftwerk, das gestern in Paarsch bei Parchim ans Netz ging.

"Jetzt verbinden wir die Handlampe mit dem Kabel der Solaranlage und es müsste leuchten, wenn alles klappt", freute sich Rolf Bemmann vom Vorstand der Norddeutschen Energiegemeinschaft eG.. Und in der Tat, es funktionierte bestens. Das Tageslicht und die zwischen den Wolken hervorlugende Sonne reichten aus, um den gewünschten Strom zu erzeugen.

In Paarsch, auf der Mitte der neunziger Jahre stillgelegten Deponie, wurden in den vergangenen Wochen und Monaten 4252 Module des Typs Canadian Solar aufgestellt. "Diese stammen aus China, wurden dort auf deutschen Maschinen nach hiesigen Standards hergestellt", erzählt der Geschäftsführer der Firma Solarprojekt-Entwicklungsgesellschaft (SEG) Burckhard Tschäpel. Der Aufstellwinkel von etwa 25 Grad sorgt zudem für eine Selbstreinigung der Solarflächen. Insgesamt werden pro Jahr knapp eine Million Kilowattstunden Strom erzeugt, das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 300 Haushalten.

Fast eine Million Kilowattstunden versorgt 300 Haushalte

Die Idee zum Projekt entstand, um die anfallenden Kosten für Pflege und Wartung der Deponie neutral halten zu können. Außerdem sorgte der Gesetzgeber für ein Umdenken, denn die Nutzung von Ackerflächen für Solaranlagen wurde aus der Vergütung herausgenommen. "Deshalb sind wir auf die Konversionsfläche ausgewichen und nutzen den Deponieberg", sagte Bemmann. Als Partner konnten die Energiegemeinschaft eG. die WEMAG sowie die SEG gewinnen.

Durch die Verpachtung wird Geld eingenommen und mit dem Verkauf des Solarstroms durch die Norddeutsche Energiegemeinschaft zusätzlich Geld erwirtschaftet. Abnehmer sind die Stadtwerke Parchim, die den Strom in das Netz einspeisen. "Die Stromkosten für unsere Kunden werden davon aber nicht beeinflusst", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Dirk Kempke.

Die Norddeutsche Energiegemeinschaft ist eine Genossenschaft, die auf Initiative der WEMAG und mehrerer Volks- und Raiffeisenbanken Anfang des Jahres entstand. Aktuell gehören ihr 760 Mitglieder an, die ein Kapital von rund 2,95 Millionen eingebracht haben. Nicht nur Firmen, sondern auch Einzelpersonen können dieser Genossenschaft beitreten und in die regenerierbare Energie der Zukunft investieren. Noch in diesem Jahr werden weitere Solaranlagen auf einer Freifläche bei Tessin sowie eine Aufdachanlage bei Rostock in Betrieb genommen.

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