So war die lange Nacht der Wirtschaft

René Schaatschmidt, Zivildienstleistender: Ich habe die Nacht der Wirtschaft ganz bewusst zur beruflichen Orientierung genutzt. Ein paar Ideen, wo ich beruflich einsteigen könnte, habe ich nun.
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René Schaatschmidt, Zivildienstleistender: Ich habe die Nacht der Wirtschaft ganz bewusst zur beruflichen Orientierung genutzt. Ein paar Ideen, wo ich beruflich einsteigen könnte, habe ich nun.

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10. September 2008, 09:39 Uhr

Insgesamt 14 Unternehmen der Landeshauptstadt, darunter auch die SVZ, luden am Mittwoch zur ersten Schweriner „Nacht der Wirtschaft“ ein. Hunderte Bürger nutzen gerade die Möglichkeit, Firmen der Stadt und deren Wirtschaftskraft näher kennen zu lernen.

Vor dem SVZ-Verlagshaus in der Gutenbergstraße hatte sich schon vor dem Beginn der ersten Schweriner „Nacht der Wirtschaft“ eine große Menschentraube gebildet. Das Interesse der Schweriner war sichtlich groß. Und die Besucher kamen auf ihre Kosten: „Die Technik ist sehr beeindruckend, vor allem die Geschwindigkeit, mit der die Maschinen laufen“, sagte Karin Langhammer, die gleich die erste Führung durch die Druckerei des Zeitungsverlages Schwerin mitgemacht hatte.
„Die Produktionsabläufe sind erstaunlich, vor allem, wie schnell das alles geht“, sagte Franziska Lenz schwer beeindruckt. Ihre Freundin Marie Sarkus ergänzte: „Mir hat besonders die sachkundige Führung gefallen. Wir haben sehr viel gefragt und auf alles kompetent Antwort bekommen. Kompliment.“ Die beiden Gymnasiastinnen hatten ganz gezielt die „Nacht der Wirtschaft “ genutzt, um mehr über die Entstehung ihrer Zeitung zu erfahren und entschieden sich anschließend für ein Praktikum im Zeitungsverlag. „Mein Berufswunsch ist eigentlich Laborantin, aber das war heute so interessant, dass ich jetzt auf ein Praktikum neugierig geworden bin“, sagte Marie Sarkus.

Besucher überrascht vom Potenzial der Hightech-Firmen Ähnlich positiv war das Echo auch in den anderen 13 Teilnehmer-Firmen – von der Brauerei und dem Autohaus Tiroux & Waldmüller über Flamm Aerotech und KGW bis hin zu den Technologie-Unternehmen.

„Es ist kaum zu glauben, dass es in Schwerin so viel Hightech-Firmen gibt. Und wie viele Arbeitsplätze da mittlerweile entstanden sind“, sagte Christine Sens nach ihrem Besuch der Medizintechnik-Firma Hoffrichter im Technologiezentrum. „Unsere Niederlassung in China ist gerade umgezogen. Das Unternehmen wächst kontinuierlich“, erläuterte Geschäftsführer Jens Hoffrichter. Sein Vater Helmut ergänzte: „Aber Schwerin ist und bleibt Hauptsitz, denn das Markenzeichen ,made in Germany’ zählt.“

Dass Schwerin sogar die Nase vorn haben kann vor Hamburg, beweist die hiesige Stammniederlassung der weltweit agierenden Unternehmensgruppe Bureau Veritas, deren Schweriner Mitarbeiterzahl in wenigen Jahren von zwei auf 70 wuchs. „Wir wollen die besten Köpfe haben. Dafür können wir mit so einer Veranstaltung sehr gut werben “, erklärte Labor-Manager Jörg Ruhkamp.

Seine Mitarbeiterinnen Sandra Scheffler und Anett Jonuscheit gaben deshalb sehr sachkundig Einblick in die Prüf-Arbeit der Firma, die unter anderem Konsumgüter auf Schadstoffe untersucht.

„Wissensvermittlung, Transparenz und die Entwicklung neuer Partnerschaften standen für uns heute im Mittelpunkt. Das ist gelungen. Ich bin sehr zufrieden“, bilanzierte Helmut Westkamp, Leiter der Arbeitsagentur Schwerin, die die Großveranstaltung koordinierte. „Wir müssen der drohenden Situation des Fachkräftemangels entgegen wirken und neue Wege finden, jungen Leuten Wirtschaft nahe zu bringen.

Dafür ist so eine Aktion sehr geeignet“, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel. Er selbst ging dabei mit gutem Beispiel voran und lenkte eigenhändig eine Straßenbahn vom SVZ-Verlagshaus, wo der Startschuss für die „Nacht der Wirtschaft“ gegeben wurde, ins Depot des Nahverkehrs, um die dortige gemeinsame Lehrwerkstatt des NVS und der Stadtwerke zu besichtigen.

Für eine Neuauflage der großen Gemeinschaftsaktion im nächsten Jahr warb der amtierende Oberbürgermeister Dr. Wolfram Friedersdorff, der von einem ermutigenden Signal für die Stadt sprach: „Der Wirtschaftsstandort lebt. Heute wurde insbesondere jungen Leuten gezeigt, dass Schweriner auch in Schwerin gute Arbeit finden können.“ Die „Nacht der Wirtschaft“ habe das Selbstwertgefühl der Bürger gestärkt.

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