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22. August 2017 | 09:28 Uhr

So schützen Sie sich

vom

Das Nationale Referenzzentrum für Influenza hat nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin gestern die ersten drei Schweinegrippe-Erkrankungsfälle in Deutschland bestätigt. Für die Bevölkerung bestehe aber "nach wie vor keine allgemeine Gefährdung". Trotzdem sollten einige Hygieneregeln beachtet werden. Das gelte vor allem für den Kontakt mit Rückkehrern aus betroffenen Regionen in Mexiko und den USA. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu im Überblick:

Welche Hygieneregeln sollten gelten?
Influenzaviren werden dem RKI zufolge vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das bedeutet, dass die Erreger vor allem beim Niesen oder Husten weiterverbreitet werden. Sie können dabei auch auf die Hände gelangen und auf diesem Weg andere Menschen erreichen. Ratsam ist daher häufiges Händewaschen. Außerdem sollten die Hände vom Gesicht ferngehalten werden, denn die Erreger können leicht auf die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund übergehen. Beim Husten wird empfohlen, das in den Ärmel zu tun.

Ist eine Ansteckung über Lebensmittel möglich?
Dies beantworten Experten derzeit eindeutig mit Nein. Bislang sei kein Fall bekannt, in dem sich ein Mensch über Lebensmittel mit der Schweinegrippe infiziert hat, heißt es etwa beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin. Dennoch sollten Verbraucher beim Zubereiten von Fleisch immer auf bestimmte Hygienemaßnahmen achten. Das Fleisch werde am besten mindestens zwei Minuten lang auf mindestens 70 Grad erhitzt, rät die Behörde. Das schütze generell vor Krankheiten, die durch Mikroorganismen übertragen werden - das sind neben Viren auch Salmonellen oder Listerien.

Schützt eine herkömmliche Grippeimpfung gegen das Virus?
Darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Laut Prof. Frank von Sonnenburg vom Tropen ins titut in München scheint die normale Grippeimpfung keinen Schutz zu bieten. Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf sagt hingegen, es sei bestimmt nicht verkehrt, geimpft zu sein. "Ein gewisser Schutz könnte vorliegen, aber der ist sicher nicht ausreichend."

Wo gibt es weitere Informationen?
Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin hat eine Telefon-Hotline zur Schweinegrippe eingerichtet. Erreichbar ist sie montags bis donnerstags zwischen 8 und 18 sowie freitags zwischen 8 und 12 Uhr unter der Nummer 01805/99 66 19 (für 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, abweichende Preise aus den Mobilfunknetzen möglich). Auch das Robert-Koch-Institut ist über eine Hotline zu erreichen. Die Nummer 030/187 54 41 61 ist montags bis donnerstags zwischen 8 und 18 Uhr geschaltet.

Außerdem haben das RKI, das BfR und auch das Friedrich-Loeffler- Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, im Internet Informationen zusammengestellt (www. rki.de, www.bfr.bund.de, www. fli.bund.de). Die Broschüre "Selbstverteidigung gegen Viren" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert, wie sich Bürger gegen Viruserkrankungen schützen können. Sie ist unter www.wir-gegen-viren.de herunterladbar oder unter Tel. 0221/899 20 erhältlich.



Meldepflicht kommt


Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) fordert eine Meldepflicht von Ärzten bei begründeten Schweinegrippe-Verdachtsfällen. Eine entsprechende Verordnung werde derzeit auf den Weg gebracht, sagte Schmidt gestern in Berlin. Derzeit bestehe lediglich eine Informationspflicht für Labore, die das neue Influenzavirus feststellten. Schmidt warnte trotz der erfolgreichen Behandlung von Erkrankten in den USA mit Medikamenten davor, die Grippe „auf die leichte Schulter“ zu nehmen. Die Behandlungserfolge seien jedoch „eine Beruhigung“. Falsch sei das Verhalten besorgter Bürger, sich bei ihrem Arzt Medikamente verschreiben zu lassen und diese vorbeugend einzunehmen. Diese Mittel wirken nur, wenn tatsächlich Krankheitssymptome vorliegen, so Schmidt.
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erstellt am 30.Apr.2009 | 06:20 Uhr

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