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17. Dezember 2017 | 20:36 Uhr

So schön kann Fußball sein

vom

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erstellt am 28.Mai.2010 | 07:00 Uhr

Herrnburg | Frauen und Fußball - geht nicht? Manuela Offenborn, Modedesignerin aus Herrnburg, sagt: "Frauen und Fußball geht absolut. Ich bin wirklich Fußball begeistert und außerdem kann ich Abseits erklären." Die 49-Jährige betreibt nebenberuflich in ihrem Heimatort ein Brautmodengeschäft und studierte in Zürich Modedesign. Zusammen mit ihrem Ehemann Dirk Offenborn fiebert die Modedesignerin den Deutschland-Spielen bei der WM entgegen. Und pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hat die kreative Deutsch-Italienerin auch wieder eine neue Idee für ein Brautkleid der besonderen Art aus dem Hut gezaubert. Ein Kleid aus Satin in den Landesfarben des Gastgeberlandes, mit vielen Details versehen - so auch alle Nationalflaggen der teilnehmenden Länder, die den Saum des Südafrika-Kleides schmücken. Bereits zur Europameisterschaft 2008 hat Manuela Offenborn 16 Kleider in den Nationalfarben der teilnehmenden Länder genäht. Darunter war auch eines ihrer Lieblingsländer - der Türkei.

Mit dem Südafrika-Kleid hat die Modedesignerin nun insgesamt 17 Unikate, die alle unverkäuflich sind. Das Nähen und Entwerfen der Kleider nimmt viel Zeit in Anspruch, auch das Südafrika-Kleid hat Wochen gedauert, bis es fertig war. "Ich wollte, dass alle Fahnen der Länder drauf sind, die an der WM teilnehmen. Und das war schon sehr schwierig, alles zusammen zu bekommen", erzählt Manuela Offenborn. Ihre Inspiration holt sich die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin in ihrem jährlichen Türkeiurlaub. "Wenn ich in der Türkei Urlaub mache und am Strand bin und Musik höre, dann hab ich Ideen", sagt Manuela Offenborn. Beim Entwerfen der Kleider und dem Organisieren von Modenschauen hilft ihr Ehemann Dirk Offenborn, "so gut er kann." Die Zusammenarbeit mit der Designerin ist nicht immer ganz einfach, wie er selbst sagt: "Schwierig ist es, weil ihre kreativen Ideen in ihrem Kopf sind, nur sie weiß, wie das Kleid aussehen soll, ich nicht. Sie hat halt italienische Wurzeln, ich bin eher der ruhige Part - wir ergänzen uns da ganz gut."

Ihre Boutique hat sie 2007 in ihrem Haus im Keller eröffnet. Dort hängen mehr als 300 traumhafte Braut- und circa 130 Abendkleider. Eine Brautboutique betrieb Manuela Offenborn bereits in den 90er Jahren in Lübeck, hörte dann aber auf, weil ihr die Beratung zu kurz kam. Erst ihr Ehemann erkannte ihre Passion für diesen Beruf und förderte Manuela Offenborns Leidenschaft, wieder ein Geschäft zu eröffnen. "Für mich ist es einer der schönsten Berufe überhaupt", sagt Offenborn.

Mit den Fußball-Brautkleidern fährt die 49-jährige Herrnburgerin durchs ganze Land und organisiert Modenschauen der anderen Art. Wenn jetzt die WM am 11. Juni beginnt und Deutschland Spiele gewinnt, sollen wieder Cabrios gemietet und mit den Models durch die Stadt gefahren werden - bis hin zum Holstentor nach Lübeck sind sie bei der Europameisterschaft schon gekommen. "Sogar die Polizei machte mit und eskortierte uns sicher zum Holstentor", berichtet Manuela Offenborn von dem Erlebnis. Bei der Weltmeisterschaft in diesem Jahr schlägt ihr Herz für Deutschland - das ist selbstverständlich für sie. "Das Schlimmste für mich ist aber immer, wenn Deutschland gegen die Türkei spielt, denn dann ist mein Herz wieder zwei geteilt", sagt Manuela Offenborn, die auch fließend Türkisch spricht.

Aufhören will die Halbitalienerin noch lange nicht. Ihr Traumfinale am 11. Juli besteht aus Deutschland gegen Brasilien: "Weil ich dann die Gelegenheit hätte, endlich ein Brasilien-Kleid zu nähen." Woher sie all die Energie und Ideen nimmt, weiß die Designerin selber nicht. "Ich kann nicht still sitzen. Ich könnte nirgendwo sitzen und nichts tun", sagt Offenborn.

Deshalb studiert die Fußballbegeisterte jetzt noch Visagistik. Denn ihr geht es darum, das perfekte Objekt bei einer Modenschau abzuliefern. Mit Blick auf ihre Kleider wünscht sie sich, einmal mit den Kleidern und Oliver Kahn auf einer Bühne zu stehen.

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