So retten Sie Ihr Geld

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18. März 2008, 09:53 Uhr

Schwerin/Rostock - Das lässt nichts Gutes erwarten. Die Börse auf Talfahrt, Krisenszenarien, die an schlimmste Zeiten erinnern: „Wir haben es mit einer der größten Finanzkrisen der letzten Jahrzehnte zu tun“, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) gestern. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann forderte gar Staatshilfe: „Ich glaube nicht mehr an die Selbstheilungskräfte des Marktes.“

Anleger sollten dennoch die Ruhe bewahren, hieß es gestern bei einer Umfrage in Kreditinstituten in MV. Zwar würden die Kunden verstärkt nachfragen, meinte Dirk Eichbaum, Anlageexperte der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin. Bislang reagierten die Kunden aber besonnen, teilte die Deutsche Bank in Schwerin mit. Für das Geld auf dem Sparkonto bestehe keine Gefahr, versicherte Michael Jurr, Vertriebschef der Ostseesparkasse Rostock. Die Einlagen seien durch einen Sicherungsfonds geschützt.

Trotz der unsicheren Zeiten lohne regelmäßiges Sparen nach wie vor. Wer langfristig in Aktien Geld angelegt habe, sollte aber die Papiere halten, wer in einem halben Jahr Kapital brauche sollte lieber verkaufen, so Jurr. „Und wer ganz ruhig schlafen will, sollte Bundesanleihen kaufen oder sein Geld aufs Sparbuch legen.“ „Füße still halten und eine Beruhigung der Märkte abwarten“, rät auch Sparkassen-Mann Eichbaum. Aktien-Neueinsteiger könnten aber das Marktniveau auch nutzen, „um erste Positionen aufzubauen“.

Zwar sei nach der „Flucht der Anleger in Sicherheit“ mit fallenden Zinsen zu rechnen, so Eichbaum. Bei Neuanlagen sollten Verbraucher ihr Geld erst in einem „sicheren Hafen parken und später neu entscheiden“, empfiehlt Axel Drückler, Finanzexperte der Verbraucherzentrale. Weitere Rückschläge seien nicht auszuschließen, meinte Jürgen Kurz von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Die Börse übertreibe aber derzeit. Dennoch werde die Unsicherheit im Jahresverlauf bleiben, erwartet Eichbaum. Aber: „Panik ist ein schlechter Ratgeber.“ Drückler: Wer längerfristig in Aktien investiert, sollte die Situation aussitzen.

Indes geht in der Wirtschaft die Sorge um, dass die Banken künftig weniger Kredite zur Verfügung stellten. Das könnte Investitionen verzögern, warnten die Unternehmensverbände.

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