Skihalle auf Investorensuche

Während die unter Auslastungsproblemen leidende Skihalle in Wittenburg weiter nach neuen Geldgebern sucht, hat der Hamburger Investor Hans-Gerd Hanel Insolvenz für seine Holding angemeldet. Der Snow Funpark, an dem die Holding als Kommanditist 13 Prozent halte, stehe jedoch nicht vor dem Aus, beharrte gestern die Betreibergesellschaft. Ein neues Unternehmenskonzept wird gesucht.

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11. Juni 2008, 06:47 Uhr

Hagenow - Auf der Piste des Snow Funparks tummelten sich gestern nur wenige Läufer, die Gaststätten waren mäßig besucht. Montags und dienstags ist der Park geschlossen. Die Nachfrage an den anderen Tagen spiegelt das gegenwärtige Auslastungsproblem wider, mit dem der Park zu kämpfen hat. „Wir müssen das Sommerloch überbrücken, zurzeit macht das die Bank“, so Stefan Ulbrich, Leiter Vertrieb und Marketing. Und die Bank habe ein Interesse daran, dass der Betrieb weiter geführt werde, meint Ulbrich. „Solche Projekte brauchen drei Jahre, um sich zu etablieren.“

Mangelnde Auslastung und Auseinandersetzungen mit dem derzeitigen Kapitalgeber, der Bank Hypo Alpe Adria in Klagenfurt, haben allerdings schon Konsequenzen für Hans-Gerd Hanel. Der Hamburger Unternehmer hatte den Bau der Wittenburger Skihalle maßgeblich vorangetrieben. Jetzt musste er beim Amtsgericht der Hansestadt Insolvenz für seine Holding anmelden. Als Grund nannte er „bilanzielle Überschuldung“. Laut Landesförderinstitut (LFI) ist die Holding aber nicht der Besitz-, sondern der Betriebsgesellschaft des Snow Funparks zuzuordnen. Mit anderen Worten: Wegen der Insolvenz der Holding stehe nicht auch die Skihalle vor der Pleite.

Dennoch ist der Kostendruck enorm. Die österreichische Bank will aussteigen und die bestehenden Darlehen verkaufen (wir berichteten). Die seit Monaten laufenden Verhandlungen würden mit harten Bandagen geführt. „Es gibt Interessenten“, bekräftigte gestern Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU). Zwischen der Bank und der Interessentengruppe liefen Verhandlungen, die vom Ministerium und dem LFI begleitet werden. Ziel sei es zunächst, den Betrieb durchgängig aufrecht zu erhalten und Arbeitsplätze zu sichern. Für die Zukunft gelte es, die Anlage mit einem neuen Unternehmenskonzept erfolgreich am Markt zu platzieren.Derzeit stehen 241 Mitarbeiter – davon 184 Vollzeit-Beschäftigte – im Park in Lohn und Brot. Nach der Entlassung von 50 Mitarbeitern sei kein weiterer Stellenabbau vorgesehen, hieß es.

Die rund 75 Millionen teure Halle zählte laut Ulbrich im vergangenen Jahr 638 400 Besucher. Mit 730 000 war kalkuliert worden. Der Tagestourismus komme jedoch in Schwung, so der Marketingchef. Angebote wir Kartbahn oder Konzerte sorgten auch in den derzeit noch schwierigen Sommerwochen für zusätzliche Gäste. Zudem sei das Hotel überdurchschnittlich gut ausgelastet.

Der Landesrechnungshof prüft seit Wochen die Vergabe von rund 15 Millionen Euro Investitionshilfe des Landes für die Skihalle. Der Bericht soll Ende dieses Monats vorgelegt werden.

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