Ski-Hallenchef räumt die Piste

In die Verhandlungen um die Zukunft des insolventen Snowfun Parks Wittenburg kommt Bewegung: Der bisherige Hamburger Hallen-Investor Hans-Gerd Hanel, unter dessen Leitung das Schneeparadies in die finanzielle Schieflage geraten war, zieht sich komplett aus

der Ski-Halle zurück.

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07. Oktober 2008, 06:56 Uhr

Wittenburg - Am Ende hat sich Hanel offenbar doch dem Druck beugen müssen. Er habe jede Zusammenarbeit eingestellt und die Firmenschlüssel abgegeben, erklärte er gestern. Bis Ende September habe er „loyal mit der Insolvenzverwalterin zusammengearbeitet“ und ihr „zur Seite gestanden“. es sei ihm stets darum gegangen, einen Käufer für den Snowfun Park zu finden und vor allem die Arbeitsplätze zu erhalten. Jetzt ziehe er sich komplett aus Wittenburg zurück. „Ich beginne wieder dort, wo ich schon vor 30 Jahren angefangen habe und werde mich mit Wartungs- und Klimatechnik beschäftigen“, sagte Hanel.

Mit seinem Rückzug hat Hanel in der gegenwärtigen Pokerrunde der Investoren um den 75-Millionen-Bau den kürzeren gezogen. Der einstige Schneemann von Wittenburg hatte zu letzt offenbar die sich seit Wochen verzögernden Übernahmeverhandlungen belastet. So soll er mit einem zweiten, bisher namentlich nicht bekannten niederländischen Investor zusammenarbeiten. Das soll für Bedenken beim Land gesorgt haben, da Schwerin dem bereits in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Ferienresort Linstow, dem Landhaus Serrahn und dem Landhotel Spornitz aktiven aktiven Van der Falk-Gruppe den Vorzug geben wolle. Hanel wollte sich dazu nicht äußern: „Das ist ein laufendes Verfahren.“

Hanel, der erst mit jahrelanger Verzögerung die Finanzierung für das umstrittene Projekt zusammenbekommen hatte, sieht weder in der die Nähe zum zweiten norddeutschen Schneeparadies in Bispingen noch eigenen Konzeptfehlern die Schuld am Scheitern des Schneeparadieses in der norddeutschen Tiefebene. Vielmehr rechnete er mit der Finanzwelt ab. Seine Bank habe ihn gezwungen, mehr Geld in die Liquidität der Halle zu stecken als in die Werbung. Er halte die Eröffnung einer Skihalle in Wittenburg nach wie vor für richtig. Der Zusammenbruch habe nicht daran gelegen, dass das Angebot schlecht gewesen sei. Sondern: „Die Anlage war zu wenig bekannt.“

Hanel: „Wenn man den Mangel verwaltet und die Bank nicht mehr Geld für die Werbung zulässt, muss man sich nicht wundern.“ Berichten zufolge soll der Park seit seiner Eröffnung in keinem Monat aus den Einnahmen die Kosten gedeckt haben können. Vor allem die hohen Energiekosten – monatlich 100 000 Euro – belasteten den Betrieb. Mit 730 000 Besuchern hatte Hanel kalkuliert. Gekommen waren im vergangenen Jahr 638 400. Nur jeder zweite ging auf die Piste. Ende Juni war für den Park Insolvenzantrag gestellt worden

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