Sexualstraftäter wird mindestens bis Mai 2009 überwacht

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30. Oktober 2008, 01:55 Uhr

Joachimsthal/Frankfurt - Ein nach 22 Jahren aus der Haft entlassener Sexualstraftäter in Joachimsthal (Brandenburg) wird mindestens noch bis Mitte Mai 2009 rund um die Uhr von Polizisten überwacht. Einen entsprechenden Beschluss habe das Amtsgericht in Frankfurt (Oder) auf Antrag des Polizeipräsidiums erlassen, bestätigte Präsidiumssprecher Peter Salender am Donnerstag einen Medienbericht. Wenn nötig, werde auch noch eine Verlängerung dieser Observation beantragt. Der 50-Jährige gilt nach wie vor als gefährlich.

Der Mann hatte wegen mehrerer Vergewaltigungen insgesamt 22 Jahre in Haft gesessen und wurde Anfang 2008 aus dem Gefängnis entlassen. Eine nachträgliche Sicherungsverwahrung kam nicht zustande. Seither protestieren Bürger dort, wo sich der 50-Jährige aufhält. Nach Protesten in Zahren (Müritzkreis) und Streit mit dem Schweriner Innenministerium brach der Mann am 17. Oktober eine Therapie in Zahren vorerst ab und kehrte nach Joachimsthal zurück. Dort steht er rund um die Uhr unter Beobachtung der Polizei.

Nach Zeitungsangaben werden vor dem Wohnhaus Beamte aus fünf Schutzbereichen eingesetzt. Jeweils zwei Beamte der Kriminalpolizei und zwei Polizisten des Streifendienstes teilen sich eine Acht- Stunden-Schicht. Salender wollte auf Nachfrage keine Angaben zur Einsatzstärke machen.

Die Polizeigewerkschaft hatte am Mittwoch dringend bessere Einsatzbedingungen für die Beamten bei der Überwachung des entlassenen Sexualstraftäters gefordert. Das Polizeipräsidium kündigte eine Prüfung der Vorwürfe an.

Der entlassene Straftäter setzt seine Therapie derzeit ambulant fort. „Ganz ohne Therapie ist der Mann eine tickende Zeitbombe“, hatte der Leiter des sozialtherapeutischen Blaukreuzvereins in Zahren, Uve Simon, betont.

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