Sex-Video: FIA-Chef Mosley in Bedrängnis

Nach dem Auftauchen eines Sex-Videos sieht sich Mosley mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Fotos: dpa
Nach dem Auftauchen eines Sex-Videos sieht sich Mosley mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Fotos: dpa

Ein Sex-Video bringt den Präsidenten des Internationalen Automobilverbands (FIA), Max Mosley, in Bedrängnis. Die im englischen Boulevard-Blatt „News of the World“ veröffentlichten Aufnahmen sollen angeblich den Briten mit fünf Prostituierten zeigen. Die Frauen tragen Nazi-Unformen und KZ- Häftlingskleidung. Der Mann, der Mosley sein soll, erteilt Befehle in deutscher Sprache. Jüdische Organisationen in Großbritannien reagierten bestürzt und forderten Mosleys Rücktritt. Die FIA wollte zu dem Vorfall keine Stellungnahme abgeben. Mosley selbst schaltete seine Anwälte ein.

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31. März 2008, 03:09 Uhr

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone reagierte ungläubig auf die Vorwürfe gegen Mosley. Der 77-Jährige sagte der Londoner Tageszeitung „Times“, es könne sich auch um einen Scherz Mosleys handeln. „Was Leute privat machen, ist ihre Sache. Ich glaube nicht, dass es den Sport in irgendeiner Weise beeinflusst“, sagte Ecclestone.

Scharfe Kritik übte hingegen Stephen Smith, Direktor des britischen Holocaust-Zentrums. „Das ist eine Beleidigung für Millionen Opfer, Überlebende und deren Familien. Er muss sich entschuldigen. Er sollte zurücktreten“, sagte Smith. Auch der frühere Formel-1-Rennfahrer Sir Stirling Moss rechnet mit Konsequenzen. „Ich sehe nicht, wie er weitermachen könnte. Was hinter verschlossenen Türen, ist zwar seine Sache, aber wenn so etwas herauskommt, das ist ein absoluter Schock“, sagte Moss.

Das fünfstündige Sex-Video wurde nach Angaben der „News of the World“ am vergangenen Freitag in einer Luxuswohnung im Londoner Stadtteil Chelsea aufgenommen. Die Zeitung bezeichnet den Ort als „Folterkeller“. Die Bilder zeigen einen Mann, der wie Mosley aussieht, bei sexuellen Handlungen mit fünf Frauen. So lässt sich der Mann auf Läuse untersuchen, wie es Häftlinge in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten erdulden mussten. Zudem peitscht er eine der Frauen aus und lässt sich später auch selbst schlagen. Für die Dienste der Prostituierten soll Mosley 2500 Pfund (3160 Euro) bezahlt haben, berichtet das Boulevardblatt.

Der 67 Jahre alte Mosley steht seit 1993 an der Spitze der FIA. Zuvor war der Brite bereits zwei Jahre Präsident des Vorgängerverbands FISA. Sein Vater Sir Oswald Mosley war 1931 Gründer der später verbotenen faschistischen Schwarzhemden-Bewegung und kandidierte nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer rechtsextremen Partei für das Unterhaus. Max Mosley hatte sich öffentlich mehrfach von den Überzeugungen seines Vaters distanziert.

Nach Pöbeleien gegen den schwarzen Formel-1-Piloten Lewis Hamilton bei Testfahrten in Barcelona Anfang Februar hatte Mosley in scharfer Form Rassismus verurteilt. „Wir werden alles tun, was wir können, dies auszumerzen. Wir werden tun, was immer notwendig ist“, sagte der FIA-Chef seinerzeit und drohte mit Sanktionen bis hin zur Streichung von einem der beiden spanischen Grand Prix in Barcelona und Valencia.

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