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Gemeinde ist auf der Suche nach starkem Partner : Severin auf Fusions-Schnupperkurs

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In Severin stehen die Zeichen in diesen Tagen wie anderswo auch auf Fusion. Allerdings spricht Bürgermeisterin Annerose Schwarz noch vorsichtig vom "Schnupperkurs".

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2011 | 12:26 Uhr

In Severin - 300 Seelendorf im Amt Parchimer Umland - stehen die Zeichen in diesen Tagen wie anderswo auch auf Fusion. Allerdings spricht Bürgermeisterin Annerose Schwarz noch vorsichtig vom "Schnupperkurs". Da ist Friedrichsruhe auf der einen, Domsühl auf der anderen Seite. "Kriegen wollen sie uns beide", denke ich, " denn mit der Produktionsstätte der Mecklenburger Landpute bei uns im Dorf sind wir natürlich ungemein attraktiv. Uns kommt es aber in erster Linie darauf an, dass eine Fusion unseren Bürgern Gutes bringt."

Während rundherum die ersten Gemeinde-Ehen auf dem Papier quasi schon geschlossen sind, hat Severin sich Zeit gelassen und hofft auf mehr Antworten auf viele Fragen nach den Wahlen am 4. September. "Wir haben uns aber schon sehr intensiv Gedanken darüber gemacht, was wir in den Fusionsvertrag hin einretten wollen", erklärt Annerose Schwarz. Da ist zunächst der Sportverein, da wäre die Feuerwehr, aber auch das Gemeindezentrum, das für die Bürger weiter nutzbar bleiben soll, da ist die Neubauernstraße, die dringend saniert werden müsste und da steht im September 2014 die 750-Jahrfeier Severins ins Haus, die zwar nicht in Pomp gefeiert jedoch finanziert werden muss.

Die Schnupperstunde mit Friedrichsruhe haben die Severiner im März gehabt. "Es war eine gute Runde mit Bürgermeister und Gemeindevertretern, in der klipp und klar gesagt worden war, dass nicht alles in den Fusionsvertrag aufgenommen werden", sagt Annerose Schwarz. Froh ist sie darüber nicht. Aber sie hat es auch nicht anders erwartet. "Am 27. Mai treffen wir uns mit den Domsühlern. Danach werden wir ersteinmal in der Vertretung schlauer sein."

Die Gemeindevertretung allein wird den großen Schritt Fusion nicht entscheiden. Annerose Schwarz: "Nein wir werden im Nachgang der ersten Fusionsgespräche zunächst eine Bürgerversammlung machen und dann wird es einen Bürgerentscheid geben. Wann? Das bliebe abzuwarten. Mit einem Fusionsvertrag, der alle Rechte Severins absichert, und einer Fusion rechnet die Bürgermeisterin frühestens zum Ende nächsten Jahres. Auch weil es möglicherweise eine ämterübergreifende Fusion wird. Denn Friedrichsruhe, ehemals zum Amt Parchimer Umland gehörend, ist heute bereits im Amt Crivitz zuhause.

Tendenzen, wohin sich Severin wenden wird, gibt es noch nicht. "In jedem Fall brauchen wir einen großen starken Partner, weil wir schon ab dem kommenden Jahr mit den Schlüsselzuweisungen nur noch unsere Pflichtaufgaben erfüllen können", kündigt Annerose Schwarz an. Friedrichsruhe biete sich da in der Tat an. Dort befände sich die Hähnchenaufzucht; in Frauenmark werde eine Putenaufzuchtanlage gebaut. Beide sind Zulieferer für die Landpute in Severin. "Es ist doch so, wir müssen schauen, was auf lange Sicht gut für uns ist. Aufzucht bis Verkauf in einer Gemeinde zu haben, wäre gut. Da weiß die rechte Hand immer, was die linke tut", sagt die Bürgermeisterin, die als gelernte Buchhalterin natürlich nie das Rechnen vergisst.

Auf der anderen Seite saß Severin lange mit Domsühl in einem Boot, nabelte sich 1984 ab, weil man mit den Prioritäten in der Muttergemeinde nicht so ganz konform ging. "So einiges sitzt bei den Bürgern auch heute noch sehr tief", weiß Annerose Schwarz. Aber die Severiner sind sich eben auch ihrer Attraktivität auf dem heiß umkämpften Fusionsmarkt bewusst. Annerose Schwarz: "Wir haben die Landpute mit derzeit 300 Arbeitsplätzen. Und wir haben noch zwölf weitere Unternehmen." Obwohl Severin wirtschaftsmäßig weit über dem Durchschnitt liegt, sieht es um Investitionen in die Zukunft schlecht aus. "Wir werden uns noch die Reparatur von Bürgersteigen leisten, und wir haben eine Schneefräse und einen Freischneider für unseren Stützpunkt angeschafft", sagt Annerose Schwarz. Sie räumt ein, dass sich das für Außenstehende wohl nach ziemlich wenig anhört. "Tatsächlich haben wir uns das Geld dafür hart vom Haushaltsplan abgespart."

Ob eine Bank am Iglustellplatz, die Weihnachtsfeier oder das gerade erst stattgefundene Frühlingsfest, "es sind die kleinen Dinge, die für ein Dorf so ungemein wichtig sind, die den Alltag schön und das Leben auf dem Lande so liebenswert machen", ist Bürgermeisterin Annerose Schult überzeugt.

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