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24. September 2010, 07:32 Uhr

Der Liegeplatz

Der Eisbrecher „Stephan Jantzen“ liegt seit einem Jahr auf Liegeplatz 83 im Stadthafen. Zur Hanse Sail 2009 hatte die Interessengemeinschaft „Stephan Jantzen“ den Koloss in den Stadthafen geholt und seitdem für seine Instandhaltung gesorgt sowie Führungen und Veranstaltungen an Bord organisiert. Heute feiert der Verein das einjährige Jubiläum des Schiffes an seinem neuen Liegeplatz.

Die Zahlen

Das Schiff wurde 1965 in der Admiralitätswerft Leningrad auf Kiel gelegt, lief 1967 vom Stapel und wurde im Jahr darauf in Dienst gestellt. Die „Stephan Jantzen“ fuhr vorwiegend auf der Ostsee mit maximal 17 Mann Besatzung. Der knapp 68 Meter lange Eisbrecher kann bis zu 2,50 Meter dickes Packeis aufbrechen und eine Permanentfahrt bis zu einer Eisstärke von einem Meter leisten. Angetrieben wird der Koloss von drei Zweitakt-Dieselmotoren, die einen Bugpropeller und zwei Heckpropeller bewegen. Die Maschinen bringen es zusammen auf 5400 PS. Zwischen 0,8 und 1,3 Kubikmeter Diesel werden dabei pro Stunde verbraucht. Höchstgeschwindigkeit: 14,6 Knoten. Der vordere Propeller wird benutzt, um unter dem Eis einen Hohlraum zu schaffen und so das Eis leichter brechen zu können. Die „Stephan Jantzen“ wurde im April 2005 außer Dienst gestellt.

Der Name

Benannt ist der ehemals größte deutsche Eisbrecher nach dem Lotsenkommandeur Stephan Jantzen. Er wurde am 20. Juli 1827 in Warnemünde geboren und fuhr schon im Alter von 14 Jahren zur See. Er galt als mutig und unerschrocken. Respekt erwarb er sich, als er Menschen in Seenot unter Einsatz seines eigenen Lebens rettete. 1863 etwa rettete Jantzen die 14-köpfige Mannschaft eines portugiesischen Schiffs vor der Küste Nordamerikas. Dafür wurde er vom portugiesischen König mit dem „Jesus-Christus-Orden“ ausgezeichnet. Für seine Arbeit wurde er unter anderem auch mit dem „Kronen-Orden IV. Klasse“ von Kaiser Wilhelm I. und der Großen Goldenen Rettungsmedaille der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ausgezeichnet. Mit 40 Jahren wurde er zum Lotsenkommandeur in Warnemünde gewählt. Jantzen starb mit 85 Jahren in seiner Heimatstadt, wo er auch begraben wurde.

Die Feier: Seemannslieder und Rundgang

Zur letzten maritimen Party im Stadthafen in diesem Jahr lädt heute die Interessengemeinschaft „Stephan Jantzen“ ein. Anlass ist das einjährige Jubiläum des Eisbrechers an seinem neuen Liegeplatz.
Zwischen 10 und 17 Uhr sind Besucher auf dem Schiff zu einem Rundgang eingeladen, bei dem sie Außendecks, Haupt- und Peildeck besichtigen können. Parallel laufen kostenpflichtige Führungen. Der Einsatz der Rettungsboote wird in einer Übung demonstriert. Für maritime Gesänge an Bord sorgen der Shantychor „Luv un Lee“ sowie die Frauen von „Sing man Tau“. Auf dem Achterdeck gibt es für die Besatzung und Gäste des Schiffs herzhafte Verpflegung. In regelmäßigen Abständen wird der Eisbrecher Rostocker und Gäste der Hansestadt mit seinem Horn grüßen.

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