SVZ-Serie "Hightech made in Schwerin" : Sensoren "hören" Fehler am Klang

IT-Systemelektroniker André Hinz prüft LED-Treiber, die von der DS Automation  für die Firma Sabik entwickelt werden. Das sind Steuergeräte, die für das Betreiben von LED-Panels an Schleusen und auf hoher See eingesetzt werden. Stefanie Daug
IT-Systemelektroniker André Hinz prüft LED-Treiber, die von der DS Automation für die Firma Sabik entwickelt werden. Das sind Steuergeräte, die für das Betreiben von LED-Panels an Schleusen und auf hoher See eingesetzt werden. Stefanie Daug

Mehr als 300 Unternehmen haben sich in den vergangenen 20 Jahren im Technologie- und Gewerbezentrum angesiedelt. SVZ stellt Firmen vor, die im TGZ forschen und entwickeln. Heute: die DS Automation GmbH.

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19. November 2010, 11:12 Uhr

Fürs menschliche Ohr nicht hörbar, für die intelligenten Sensoren der DS Automation GmbH schon: Klänge und Geräusche, die im Ultraschallbereich liegen. Die Schallsensoren dsound(R) USS4 und USS5 "hören" geringste, für uns nicht wahrnehmbare Abweichungen im Klang von Kleinteilen aus Glas, Keramik oder Metall, verarbeiten diese Signale und leiten die Information an die richtige Stelle weiter. "Wenn beispielsweise Marmeladengläser in Abfüllanlagen platzen, das Gewinde einer Schraubenmutter fehlerhaft ist oder die falschen Ventilsitzringe auf Zylinderköpfen montiert werden sollen, bemerken das unsere Sensoren sofort. Diese Fehler im Material oder in Maschinen beeinträchtigen die Qualität der hergestellten Produkte, können teilweise sogar zum Aussortieren ganzer Chargen führen. Dank der akustischen Überwachung durch Schallsensoren, haben unsere Kunden ihre Prozesse eindeutig besser im Griff", so Geschäftsführer Lars Dittmar.

Mehrere hundert Firmen, meist Anlagen- oder Maschinenbauer, nutzen die akustischen Sensoren der DS Automation, darunter die Bosch/Rexrodt-Gruppe, BASF oder Stiebel Eltron. "Für unsere Sensoren gibt es unendlich viele Anwendungen. Immer wieder kommen Unternehmen mit einem fachspezifischen Problem auf uns zu, von dem wir im Vorfeld nicht einmal etwas geahnt haben", so Dittmar. Beispielsweise müssen Bosch-Schlagbohrmaschinen bei einer bestimmten Drehzahl eine bestimmte Schlagzahl erreichen - und da gibt es viele verschiedene Typen. "Wir haben für diese Anwendung kundenspezifische Lösungen auf Basis unserer Schallsensoren zur Qualitätsprüfung entwickelt. Das ist genau das Spannende an unserer Arbeit: Wir entwickeln Dinge, die es vorher noch nicht gibt."

Für ihre Innovation wurde DS Automation jetzt mit dem Ludwig-Bölkow-Technologiepreis ausgezeichnet, der jedes Jahr vom Wirtschaftsministerium und den drei Industrie- und Handelskammern des Landes Mecklenburg-Vorpommern vergeben wird. Neben den Schallsensoren konstruiert und programmiert die Technologiefirma auch elektronische Baugruppen und Geräte sowie intelligente Steuerungssysteme. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1997 von den Schwerinern Lars Dittmar und Michael Schulze, der mittlerweile als Entwicklungsleiter tätig ist. Vor fünf Jahren zog man in ein eigenes Firmengebäude in den Technologiepark Schwerin. Seit vergangenen Sommer wird erweitert: Bis zum Jahresende sollen 1200 Quadratmeter Entwicklungs- und Produktionsfläche für etwa 35 Mitarbeiter zur Verfügung stehen. In diesem Zuge wird eine modernen Fertigungslinie für elektronische Baugruppen errichtet, wodurch DS Automation von der kompletten Entwicklung bis zur Serienproduktion alle erforderlichen Services für elektronische Baugruppen, Geräte und Spezialsensorik mit hoher Fertigungstiefe anbieten kann. Die Investitionen in das Bauvorhaben betragen 1,5 Millionen Euro und werden vom Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt.

Sein Wissen und seine Erfahrung aus 13 Jahren Selbständigkeit gibt Lars Dittmar als Vorstandsmitglied des TGZ gerne an andere Unternehmer und an Gründer weiter: "Ich finde es legitim, dass diejenigen, die schon länger im Technologiezentrum sind und selbst Beratung und Hilfe in der Gründungszeit in Anspruch genommen haben, neuen Unternehmen helfen." Dem im Wasserstoffkompetenzzentrum ansässigen HIAT-Institut steht er als Beiratsvorsitzender mit seinem technischen Sachverstand zur Seite. Darüber hinaus ist Lars Dittmar Vorsitzender des Segelvereins Schwanenhalbinsel.

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