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Sensationsfund: Wrack mit Kupferladung entdeckt

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erstellt am 11.Mai.2010 | 08:56 Uhr

Rügen | Ein mittelalterliches Schiffswrack samt erhaltener Ladung ist bei Messfahrten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) vor Rügen entdeckt worden. Das Schiff hatte Rohkupfer geladen, wie Landesarchäologe Detlef Jantzen gestern in Schwerin am Rande eines wissenschaftlichen Kolloquiums zur Unterwasserarchäologie sagte. Das sei ein "ganz toller Fund", da bei Schiffswracks in Küstennähe oft die Ladung nach dem Untergang geplündert worden sei. Dieses Wrack liege aber in größerer Tiefe.

Taucher bargen nach der Entdeckung des Wracks um Ostern einige der runden, etwa fünf Zentimeter dicken Kupferplatten mit einem Durchmesser von bis zu 90 Zentimetern. Sie liegen jetzt im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin im Wasserbad, wie Archäologe Jens-Peter Schmidt sagte. Sie sollen untersucht, die Zusammensetzung des Kupfers ermittelt werden. "Der Fund ist sehr interessant, um die Handelswege dieser Zeit zu rekonstruieren." Das knapp 30 Meter lange Wrack, das nach ersten Schätzungen aus der Zeit von 1400 bis 1600 stammt, soll gesichert und dokumentiert werden. An eine Hebung ist nicht gedacht. "Das Wrack ist nicht gefährdet", sagte Schmidt.

Vor Mecklenburg-Vorpommerns Küsten ist es der erste Fund eines solchen Kupfertransports. Ähnliche Funde seien bisher vor Helgoland und Danzig sowie in der Elbe gemacht worden.

Die Archäologen in Mecklenburg-Vorpommern besitzen jetzt auch ein Unterwasserdepot in der Ostsee, wie bei dem Kolloquium bekannt wurde. In einem Seegebiet, über dessen Lage nichts gesagt wurde, sollen archäologische Holzfunde wie angeschwemmte Wrackteile im Meeresboden eingegraben und mit Vlies und Sand abgedeckt werden. In den Seekarten werde das Gebiet als "unreine Stelle" vermerkt, an der nicht geankert werden darf.

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