Sellering auf Personalsuche - Erste Gespräche mit künftigen Ministern, Kritische Töne von den Linken

Ein Prosit auf das neue Kabinett: Der neue und der alte Regierungschef, Erwin Sellering und Harald Ringstorff (rechts)
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Ein Prosit auf das neue Kabinett: Der neue und der alte Regierungschef, Erwin Sellering und Harald Ringstorff (rechts)

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25. August 2008, 08:04 Uhr

Schwerin - „Es wird ab morgen Gespräche geben. Einen Zeitplan gibt es nicht“, hatte Sellering am Rande des Parteitages am Sonntag gesagt. Gestern hieß aus seinem Umfeld dazu lediglich, der künftige Ministerpräsident habe Termine in Schwerin, alles andere sei geheim.

Nicht bestätigt wurde, dass Sellering mit dem Schweriner Landtags-Fraktionschef Volker Schlotmann verhandelte. Der gilt als sicherster Kandidat für den Posten des Verkehrsministers und ist enger Vertrauter Sellerings. Immerhin hat der Gewerkschafter selbst Ansprüche als Nachfolger des ebenfalls am 3. Oktober in Pension gehenden Ministers Otto Ebnet (SPD) angekündigt.

Sellering selbst wiegelt ab, wenn es um die „geheime Kommandosache Kabinetsbildung“ geht. Gegenüber unserer Redaktion sagte er lediglich: „Eine Frau wird garantiert als SPD-Ministerin am Kabinettstisch sitzen.“

Möglich, dass er dabei an die Wismarer Sozialrechts-Professorin Sabine Mönch-Kalina gedacht hat. Sie ist als neue Sozialministerin im Gespräch und für die Presse seit Tagen nicht mehr erreichbar. Nicht nur als Wissenschaftlerin auch als Beraterin der SPD-Fraktion beim Thema Kinderbetreuung hat sie sich dort einen Namen gemacht.

Auch im Gespräch ist seit Wochen die in der SPD einflussreiche Landtagsabgeordnete Heike Polzin als neue Finanzministerin. Auch der SPD-Finanzpolitiker Rudolf Borchert wurde als Nachfolger für Amtsinhaberin Sigrid Keler genannt. Der Pasewalker SPD-Parlamentarier Heinz Müller ist ein Favorit bei der Nachfolge für den Fraktionschef Volker Schlotmann.

Sellering war am Sonntag auf dem Sonderparteitag in Güstrow mit 87,1 Prozent der Delegiertenstimmen zur Wahl des Ministerpräsidenten am 6. Oktober im Schweriner Landtag und damit praktisch zum Nachfolger des langjährigen Regierungschefs Harald Ringstorff nominiert worden.

Der Koalitionspartner CDU versicherte gestern seine Unterstützung. „Für den Übergang von der Regierung Ringstorff zur Regierung Sellering sehe ich im Landtag keine Probleme“, erklärte CDU-Fraktionschef Armin Jäger gestern. Die CDU stehe zum Koalitionsvertrag und werde den künftigen Ministerpräsidenten unterstützen.

Die Fraktion der Linken verlangte dagegen von Sellering, seine „Ankündigungspolitik“ bei der Kinder- und Familienpolitik aufzugeben. Es sei unglaubwürdig, auf der einen Seite zunehmende Armut bei Familien, Kindern und älteren Menschen festzustellen und auf der anderen Seite alle Vorschläge der Linken für eine Verbesserung der Lage von Hartz-IV-Empfängern abzulehnen.

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