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Lebensmittel- und Veterinäramt des Landkreises Parchim : Selbstgebackenes beim Dorffest tabu

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Die Tortenschlacht beim Dorffest muss ausfallen. Und das nicht nur, weil es friedlich bleibt, sondern weil es keine Torten gibt - jedenfalls keine selbst gemachten.

svz.de von
erstellt am 20.Apr.2011 | 11:35 Uhr

Die Tortenschlacht beim Dorffest muss ausfallen. Und das nicht nur, weil es friedlich bleibt, sondern weil es keine Torten gibt - jedenfalls keine selbst gemachten. Seit dem Vorjahr achtet das Lebensmittel- und Veterinäramt des Landkreises Parchim darauf, dass entsprechende EU-Regelungen auch eingehalten werden.

"Bei solchen Festen gibt es zumeist keine Möglichkeit, die Torten ordnungsgemäß zu kühlen", betont Amtstierärztin Grit Zander vom Landkreis Parchim. Und auch beim selbst Gebackenen gibt es aus Sicht der Lebensmittelüberwacher einiges zu beachten: Das Ei vom Huhn aus eigener Haltung wurde beispielsweise nie durchleuchtet oder entsprechend kontrolliert. Brüssel hat daher schon im Jahr 2004 festgelegt, dass nur "Lebensmittelunternehmen" ihre Kuchen und Torten bei öffentlichen Veranstaltungen anbieten dürfen.

Ist das das Aus für alle Kuchenbüfetts? Noch nicht ganz. Denn jede Privatperson kann sich als Lebensmittelunternehmen registrieren lassen - und dann weiterhin beim Dorffest einen Kuchenstand bestücken, so auch die technischen Voraussetzungen gegeben sind. "Wir wissen, dass wir damit ein heißes Eisen angepackt haben", erzählt Grit Zander. Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist weiterhin groß. Immerhin haben sich in Parchim seit Mai vorigen Jahres etwa 50 Personen und Einrichtungen als Lebensmittelunternehmen registrieren lassen - gegen eine Gebühr von 15 Euro.

"Ich halte das beispielsweise für die Küchen in Gemeindehäusern für sinnvoll", so die Amtstier ärztin. Solch eine Küche wird kontrolliert. Und wenn dann noch die interessierten Bäcker sich in Sachen Infektionsschutz schulen und belehren lassen, steht dem gemeinsamen Tortenbacken aus Sicht der Lebensmittelüberwacher nichts im Wege.

Ein Gemeindefest ohne Kuchen und Torten kann sich Blankenbergs Bürgermeister Peter Davids kaum vorstellen. "Wir haben uns Sicherheit verschafft", erklärt er. Dazu gehörte u. a. eine Kontrolle der Küche im Gemeindehaus in Blankenberg durch den Landkreis Parchim. "Wir haben kleinere Auflagen erhalten. So müssen z. B. eine Fliese ausgewechselt und eine Wand gestrichen werden und in den Kühlschrank ein Thermometer kommen", sagt er. Die künftigen "Bäcker" haben eine IHK-Schulung in Wismar absolviert und den Gesundheitsausweis erworben.

Aus dem Amt Sternberger Seenlandschaft hat bislang nur noch die Gemeinde Hohen Pritz signalisiert, dem Blankenberger Weg zu folgen, heißt es auf SVZ-Anfrage im Sternberger Ordnungsamt.

Aber Amtstierärztin Grit Zander bleibt dabei: Die selbst gemachte Cremetorte von Oma Müller darf beim Dorffest nicht verköstigt werden. Ein Gefahrenpotenzial sei einfach da und dieses müsse ausgeschlossen werden.

Die Fachfrau aus der Parchimer Kreisverwaltung möchte das auf öffentliche Veranstaltungen mit einem großen Publikumsrahmen wie Dorffeste, Osterfeuer, Sportfeste etc. beschränkt wissen. Der Kaffeenachmittag im Seniorenkreis oder auch der Basar der Kindergartengruppen seien Veranstaltungen in einem privaten Rahmen. Doch auch dort sind der Bäcker und der Gastgeber letztlich dafür verantwortlich, was auf den Tisch kommt. Zander rät daher, auch hier auf Torten zu verzichten und stattdessen gut durchbackenen Kuchen mitzubringen.

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