SEK nahm in Neperstorf mutmaßlichen Brandstifter fest

Gestelltes Foto: Ein Sondereinsatzkommando trainiert. Gestern Morgen hatte das Mecklenburger Kommando einen Einsatz in Neperstorf. Foto: Archiv
Gestelltes Foto: Ein Sondereinsatzkommando trainiert. Gestern Morgen hatte das Mecklenburger Kommando einen Einsatz in Neperstorf. Foto: Archiv

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13. August 2008, 07:37 Uhr

Neperstorf - Wollen die uns heute Nacht nicht schlafen lassen?, dachte sich der Jesendorfer Bürgermeister Arne Jöhnk. Über seinem Bauernhof in Neperstorf kreiste in der Nacht zum Mittwoch ein Hubschrauber.

Früh um vier Uhr rief ein Mitarbeiter seinen Chef Arne Jöhnk an. Er war gerade auf dem Weg zur Arbeit in den Kuhstall, als er an der Straße Richtung Neperstorf einen Pkw im Graben sah. Daneben stand ein freundlich wirkender Mann, der darum bat, dass er ihm hilft, das Auto aus dem Graben zu ziehen.

Das wollte sich Jöhnk jedoch lieber selbst anschauen: Wer weiß, ob der Unbekannte nicht auch einen Baum oder etwas anderes beschädigt hatte, dachte er. Jöhnk fuhr mit seinem Pickup zum nahen Unfallort. Der Mann, der dort um Hilfe bat, machte auf ihn einen recht ordentlichen Eindruck.

Wie er mit dem Wagen kopfüber in den Graben gelangt war, blieb für den Bürgermeister rätselhaft. War er vielleicht über das Stoppelfeld gefahren und dann umgekippt? Mit dem Pickup konnte der Landwirt allerdings nicht helfen. Also beschloss er, vom nahen Hof einen Trecker zu holen.

Als Jöhnk mit dem Trecker zurück kam, war der Unbekannte gefesselt und umstellt von Polizisten des Sondereinsatzkommandos der Polizei (SEK). Auf Fragen des Bürgermeisters antwortete ein Wismarer Streifenpolizist ausweichend: „Wir ermitteln wegen Trunkenheit.“ Jöhnk war natürlich klar, dass das nicht stimmte. Das Einsatzkommando kommt wohl kaum, wenn jemand betrunken Auto fährt.

Zum Hintergrund der Festnahme äußerte sich gestern Nachmittag die Polizei in Kiel. Am Dienstagabend brannten in Schwentinental und Heikendorf im Kreis Plön ein Motorradfachgeschäft und ein Einfamilienhaus. Rasch ergab sich für die ermittelnden Kieler Kripo-Beamten der Verdacht, dass zwischen den Bränden ein Zusammenhang besteht und in beiden Fällen eine vorsätzliche Brandstiftung nicht auszuschließen ist. Noch im Laufe des Abends geriet ein 45-jährigen Mann aus dem Kreis Plön in Verdacht.

Die groß angelegte Fahndung nach ihm führte schließlich zum Erfolg. Widerstandslos nahm am Ende ein Sondereinsatzkommando den Mann in Neperstorf fest. Danach wurde der Verdächtige nach Kiel gebracht.

Das SEK wurde vor allem deshalb alarmiert, weil die Polizei davon ausging, dass der Mann eine Schusswaffe bei sich trug. Die fand sich auch im Auto. Außerdem soll der Festgenommene nach Informationen unserer Zeitung unter Einfluss von Alkohol gestanden haben.

Die Polizei hatte bereits Stunden vor der Festnahme einen Hinweis erhalten, dass sich der Gesuchte im Jesendorfer Raum aufhielt. Worauf das Gebiet in einem Großeinsatz am frühen Morgen durchkämmt wurde – mit Hubschrauber, Streifenpolizisten und dem SEK.

Als Arne Jöhnk von der Herkunft des Mannes hörte, staunte er übrigens nicht schlecht. Denn auch er stammt ursprünglich aus dem Kreis Plön. „Aber ich kannte den Mann nicht“, so der Jesendorfer Bürgermeister.

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