Sechs Jahre Haft für Messerstecher nach Streit mit Todesfolge

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20. März 2008, 09:14 Uhr

Rostock - Wegen des gewaltsamen Todes seiner Lebensgefährtin ist ein 42-jähriger Rostocker zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Rostock sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der Angeklagte die 44-jährige Frau im September 2007 nach einem Trinkgelage im Streit durch acht Messerstiche in Brust und Rücken getötet hatte. Der Mann hatte im Prozess ausgesagt, dass er sich an die Tat nicht erinnern könne, da er zu diesem Zeitpunkt betrunken gewesen sei. Doch habe er die Verantwortung für die Tat übernommen, sagte der Richter am Mittwoch.

Der Mann, der das Urteil ohne Regung annahm, muss sich zudem einer Alkohol- Entziehungskur unterziehen. Ein Gutachter hatte bei dem Angeklagten eine psychologisch bedingte Alkoholabhängigkeit festgestellt. Der 42-Jährige hatte im Prozess angegeben, dass er seit seinem 19. Lebensjahr täglich Alkohol getrunken habe. So war laut Gericht auch am Tattag bei ihm eine Blutalkoholkonzentration von knapp 2,4 Promille nachgewiesen worden. Dem Gutachten zufolge hat der „mittelgradige Berauschungszustand“ auch zu einer verminderten Steuerungsfähigkeit geführt. Allerdings sei der vorgegebene erhebliche Erinnerungsverlust unglaubwürdig.

Die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage hatten trotz dieses Gutachtens auf volle Schuldfähigkeit plädiert und elf Jahre Haft gefordert. Das Gericht war mit dem Strafmaß von sechs Jahren aber dem Antrag der Verteidigung gefolgt. Die Anklagebehörde prüft nun eine Revision. Die Nebenklage kündigte an, von dem Revisionsrecht auf jeden Fall Gebrauch machen. dpa hib/mg yymv n1 fp

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