Sechs Familien verloren Zuhause

Eine Wohnung im Belliner Mehrfamilien ist völlig ausgebrannt. Alle Mieter müssen raus.Foto: Regina Mai
Eine Wohnung im Belliner Mehrfamilien ist völlig ausgebrannt. Alle Mieter müssen raus.Foto: Regina Mai

In einem Mehrfamilienhaus in Bellin brannte in der Nacht zu gestern eine Wohnung völlig aus. Die Bewohner blieben unverletzt. Für alle sechs Mietparteien sind andere Wohnungen gefunden. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachtes der Brandstiftung.

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24. September 2008, 06:51 Uhr

Bellin - Dass er einmal von jetzt auf nachher umziehen muss, wäre Manfred Kinter nie in den Sinn gekommen. Aber in der Nacht zu gestern hat sich die Welt für die Familie verändert. Er arbeitet gleich vis-a-vis im Kuhstall. Als er mit dem Radlader über den Hof fuhr, sah er den Rauch. „Ich bin zum Haus rüber gefahren. Da standen die Leute schon draußen“, berichtet der Belliner. Nur oben seien noch Menschen gewesen. Er habe die Radlader-Schaufel hochgefahren. „So mussten sie nicht durch das schon stark verrauchte Treppenhaus“, sagt Manfred Kinter wieder ganz gefasst.

Im Mehrfamilienhaus in Bellin ist eine Wohnung völlig ausgebrannt. Gegen drei Uhr, so berichtet Toralf Hoeft, wurde die Feuerwehr alarmiert. Schnell sei klar gewesen, dass man Hilfe braucht. „Die Leute hatten es sich wohnlich gemacht und dabei viel mit Holz gearbeitet. Da hatte das Feuer viel Nahrung“, erzählt der Belliner Wehrleiter. Neben den Kameraden aus Charlottenthal, Zehna und Krakow am See rückten schließlich auch die Güstrower Wehrleute mit ihrer Drehleiter an. Drei Stunden, so Hoeft, kämpften sie gegen die Flammen. Gelungen sei es, den Brand auf eine Wohnung zu beschränken.

Die Mieter des Hauses, neun Frauen und Männer, wurden derweil erst einmal im Gemeindezentrum untergebracht. Der Sohn der Familie, deren Wohnung ausbrannte, musste mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Das Haus ist gesperrt. Gestern Vormittag waren die Mieter dabei, ihr Hab und Gut herauszutragen. Die Krakower Wohnungsgesellschaft stellte Fahrzeuge zur Verfügung und Helfer. „Unsere Mitarbeiter vom Bauhof sind alle hier“, sagt Jens Wiese. Außerdem habe man noch Unterstützung von zwei Krakower Unternehmen. Zwei Familien, so der Geschäftsführer, seien in Bellin untergebracht, drei ziehen in städtische Wohnungen in Groß Grabow ein und die am meisten betroffene Familie – eine 47-jährige Frau, ein Mann (49) und der Sohn (24) – sei bei Verwandten in Güstrow untergekommen. „Das Gröbste schaffen wir heute und morgen holen wir den Rest“, sagt Wiese. Er ist gestern Mittag froh, für alle eine Lösung gefunden zu haben.

Manfred Kinter bedankt sich bei seinem Arbeitgeber von der Belliner Agrar GmbH. Der habe sich gekümmert. „Wir ziehen in ein Haus nur ein paar Meter weiter“, erzählt er. Heleen Vermij ist vor Ort. „Wir wussten, dass das Haus noch leer, steht seit wir ausgezogen sind, deshalb hat mein Mann sofort den Kontakt geknüpft“, erzählt die Landwirtin. Sie hat sich auch um tatkräftige Hilfe bemüht. „Die Leute sind ja erst mal völlig durcheinander“, hält Heleen Vermij die Hilfe für die Mitarbeiter ihres Landwirtschaftsunternehmens für selbstverständlich. Kriminalisten sicherten gestern Vormittag Spuren. Ermittelt, so die Polizei, werde wegen des Verdachtes auf Brandstiftung. Angaben zum Gesamtschaden konnten gestern noch nicht gemacht werden.

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