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7000 freie Wohnungen in Landeshauptstadt : Schwerins Kampf gegen Leerstand

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Die Landeshauptstadt kämpft weiter gegen Leerstand. In Schwerin sollen bis zum Jahr 2020 etwa 3700 Wohnungen rückgebaut werden. So steht es im Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2008.

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erstellt am 26.Apr.2011 | 11:01 Uhr

Die Landeshauptstadt kämpft weiter gegen Leerstand. In Schwerin sollen bis zum Jahr 2020 etwa 3700 Wohnungen rückgebaut werden. So steht es im Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2008. Derzeit herrscht laut Andreas Thiele vom Amt für Stadtentwicklung in knapp 7000 Schweriner Wohnungen der Leerstand. Das entspricht etwa 12,1 Prozent des vorhandenen Raums. Besonders betroffen sind das Mueßer Holz mit etwa 28 Prozent und einzelne Quartiere in Krebsförden mit bis zu 15 Prozent Leerstand im vorhandenen Wohnraum.

In diesen Gebieten sollen Wohnungen rückgebaut und ganze Blöcke abgerissen werden. "Ein langfristiger Prozess", sagt Thiele. Die Stadt besitze dabei nur einen begrenzten Handlungsspielraum. In erster Linie muss Thiele zufolge der Eigentümer über einen Rückbau entscheiden. Im Mueßer Holz gestaltet sich dies beispielsweise schwierig. "Die Eigentümerstruktur ist sehr durchwachsen", sagt der Experte. Sie reicht von einem Handwerker bis hin zu deutschlandweit agierenden Immobilienkonzernen. Letztere treffen die wirtschaftlichen Auswirkungen von großem Wohnungsleerstand kaum.

Stehen mehr als 50 Prozent eines Gebäudes leer, wird es unwirtschaftlich für den Eigentümer. Kosten für Heizung, Wasser, Müllabfuhr und Strom fallen weiter an. "Dann ist es für den Besitzer eine unternehmerische Entscheidung, was mit dem Komplex geschehen soll", erklärt Thiele. Sind die Häuser durch Kredite finanziert, reden die Banken mit. Auch das Baudezernat ist beteiligt. Entscheidet sich der Eigentümer für einen kompletten Rückbau, kann er Fördermittel des Programms Stadtumbau-Ost in Anspruch nehmen. Es gibt bislang noch eine Pauschalförderung von 50 Euro pro rückgebautem Quadratmeter Wohnraum. Allerdings muss der Eigentümer des Gebäudes auch die Umzugskosten für die möglicherweise noch vorhandenen Mieter übernehmen.

Durch Rückbau können über mehrere Jahre ganze Stadtteile verändert werden. Wie stark, das zeigt ein Blick nach Neu Zippendorf. Durch gezielte Förderung, Um- und Rückbaumaßnahmen sind dort ehemals unattraktive Quartiere heute zu attraktivem Wohnraum geworden - mit einem Leerstand von unter zehn Prozent.

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