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Mehr Gastronomie, weniger Einzelhandel : Schweriner "Wurm" sucht neues Konzept

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Der Wurm am Marienplatz will sein Konzept ändern und künftig Gastro- und Erlebnismeile werden, statt auf Einzelhandel zu setzen. Damit reagiert das Management auf die wachsende Konkurrenz.

svz.de von
erstellt am 01.Mär.2011 | 11:19 Uhr

Der Wurm am Marienplatz will sein Konzept ändern und künftig exquisite Gastro- und Erlebnismeile werden, statt weiter auf Einzelhandel zu setzen. Damit reagiert das Management auf die wachsende Konkurrenz direkt vor der Tür, die mit der Marienplatz-Galerie auch weitere Laden-Ketten in die Innenstadt bringt. Doch auch im Center selbst hätte einiges besser laufen können. "Wir haben Fehler gemacht, die wir jetzt beheben möchten", sagt Center-Management Uwe Förster. Er präsentierte dem Bauausschuss die Pläne und erntete viel Zustimmung.

Förster unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung des Centers für Schwerin: 762 Arbeitsplätze bietet der Wurm derzeit, darunter 270 Stellen im Gusanum. "Als wir vor 13 Jahren gebaut haben, durften wir nicht komplett abreißen, sondern mussten denkmalgerecht sanieren", erinnert Förster. "Umgerechnet haben wir mehr Geld im Wurm und dem dazugehörigen Parkhaus verbaut, als jetzt die Marienplatz-Galerie kostet." Im Reigen der Glaspaläste am Marienplatz geht der Wurm heute als eigenständiges Center jedoch fast unter. Das besondere Profil lässt sich genauso schwer erkennen wie die Eingänge - und ist fast so verwirrend wie die Werbevielfalt im Inneren. Diese bittere Bilanz ziehen Uwe Förster und Heike Boese, Geschäftsführerin der Immobilien Management GmbH, nach einer professionellen Analyse des Ist-Zustandes. "Wir haben zu viele, zum Teil überdimensionierte Werbung im Center zugelassen", sagt Förster. "Sie lenkt den Blick von der wunderbaren Architektur des Komplexes ab." All die Banner und Aufsteller sollen künftig verschwinden. Mehr klare Linien und ein neues Farbkonzept sind vorgesehen, die den Wurm entwirren und seine schönen Seiten zur Geltung bringen. Auch das verspielte hellblaue Logo soll ausgetauscht werden. Über den verschiedenen Eingängen werden dann deutlich die Namen der jeweiligen Passagen angebracht, also z.B. Tabakhof oder Klöresgang.

Eine spannende Mixtur aus klassischer Gastronomie, trendigen Musikkneipen, Pensionen, Spielbank oder Fitnesscenter erwartet den Wurm-Besucher dann im Innern - so der Plan. Draußen in der Flaniermeile darf weiterhin gesessen werden, aber klar abgesteckt in fest definierten Bereichen.

Erschwert wird die einheitliche Entwicklung des ältesten City-Centers durch die Besitzverhältnisse: Innerhalb des Wurmes gibt es vier Eigentümer, dazu kommen einer für das Parkhaus und ein anderer fürs Gusanum. Die Interessen jeweils unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach. "Wir gehen davon aus, dass zumindest der Wurm selbst bald nur noch in einer Hand liegt", so Förster.

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